LaS.Gr
Hanssen, Friedrich
üeber die altspanischen
Präterita vom Typus ove,pude.
PRESEXTED TO
THE LIBRARY
BY
PROFESSOR MILTON A. BUCHANAN
OF THE
DEPARTMENT OF ITALIAX AXD SPAXISH
1906-1946
W TL 5*150
UEBER DIE
ALTSPÄNISCHEN PRATERITÄ
VOM
TYPUS OVE PUDE
Von
Prof. Dr. FRIEDRICH HANSSEN
( Separatahzug aus den Verhandlungen des Deutschen Wissenschaftlichen
Vereins in Santiago, Band III.)
506556
VALPARAISO:
IMPRENTA DEL UNIVERSO DE GUILLERMO IIELFMANN
Calle de San Agüstin, N." 39d.
200331 18 9 8
Ueber die altspanischen Präterita vom
Typus ove pude
von
Prof. Dr. FRIEDRICH HANSSEN.
§ I. Ansichten einiger Gelehrten.
Eine historische Entwickelimg der Meinungen der Roma-
nisten zu geben, beabsichtige ich nicht. Die in diesem Para-
graphen enthaltenen Notizen haben nur den Zweck, fest-
zustellen, was gegenwärtig als die herrschende Meinung
anzusehen ist. Es handelt sich dabei hauptsächlich um die
Färbung des Wurzelvokals.
Bei W. Förster, Beiträge zur romanischen Lautlehre,
Zeitschrift fiir romanische Philologie III, S. 481, finde ich
Folgendes, was direkt oder indirekt auf die erwähnten Prä-
terita Bezug hat.
S. 490 gibt F. eine Disposition seiner Arbeit. Darnach
beabsichtigte er zu behandeln A. den Umlaut durch i und
B. den Umlaut durch u. Es ist jedoch, so viel ich weiss, nur
der erste Teil erschienen, dessen Quintessenz ist:
Durch den Einfluss eines nachfolgenden i verwandelt sich
a in e,
offenes e in geschlossenes e;
geschlossenes e in i;
offenes 0 in geschlossenes 0;
geschlossenes 0 in u.
S. 506 erwähnt F. die in Frage stehenden Präterita. T3'-po-
graphische Schwierigkeiten hindern einen wörtlichen Abdruck,
ich umschreibe deshalb, wo es nötig ist.
„A7unerkung 2. Portugiesisches starkes Perfect zeigt auch
Vocalsteigerung um zwei Grade, einmal bei c\ teiiui = i. tive
u. s. f. gegen 3. teve, darnach estive; das andere Mal bei 0:
potiii = I. pudc u. s. f. gegen 3. pode (d. h. pode mit geschlosse-
nem 0 zum Unterschied gegen pode mit offenem 0 3. Praes.)
und posui: i. piiz u. s. f. gegen 3. poz (wohl mit geschlossenem
0, obwohl kein Grammatiker /os schreibt)/'
„Diese Formen mit ii sind ziemlich durchsichtig: das ii in
der I. Perf. ist ein secundäres, ebenso wie das geschlossene 0
in der 3. secundär ist; ersteres geht Q.uf pöidi (Diez, Hofpoesie
118), poudf, potui, das andere Tmi ponde zurück. Da nun alle
6»/, Oll mit offenem 0 zu 0/, o;< mit geschlossenem 0 werden,
so gab I. Pf. poidi e,Ti6\\c\\ puidi, pttide, daraus /z^^t', dagegen
3. Pf. ein poude (so bei Constancio), später pode^
„Da die Constellation potui nur in der i. Pers. vorkommt,
so sollte theoretisch das Perfect so lauten: i. pude, 2. jwdeste,
3. pödc, 4. podcmos, 5. podesies, 6. podcräo, woraus durch
Analogie entstanden ist (so bei Pinheiro und Diez S. 196):
i. pude, 2. pudeste, 3. /(3rt'e (so bei Diez zu lesen), 4. /z/(fc'w.05,
5. pudc'stcs, 6, pudcräo. Allein noch Constancio kennt dies
nicht; er hat i. pude, 2. pudesteoi\.QT podeste, '^. poude (alleinige
Form), i\. pudimos oäier podemos, ^. podcstes (alleinige Form),
6. puderäo oder poderäo. Für /ö.s?^/ stimmen sogar Pinheiro
mit Constancio überein, dass sie in 2. 4. 5. 6. überall „o oder u^'
(nicht etwa „u oder 0", wie bei potui Const.) angeben. Diez
hat (nach?) bereits uuiformirt: puz puzesie poz puzemos puzestes
puzerdoJ"^
„A7imer/m?ig j. Das starke Pf. im Spanischen hat heutzu-
tage tiberall u, entwickelt aus älterem ou, sowohl für 0 + u, als
e + u, a + u. Also ebensowohl polui=*potcdi=piid( als le[n]ui
= *lotivi, luve (vgl. alt credidil=cfove, crojive) und Jiabiii=
haubi, houbiy hübe. Dieses ti drang durch Analogie aus der
ersten Person in alle Formen ein."
In gewisser Beziehung zu der Frage steht auch der unmittel-
bar folgende Absatz, weil zu erwägen ist, ob in hubieron
doppelter Umlaut (einmal durch das lateinische u und einmal
durcJi das / des Diphthongs ie bewirkt) vorliegt:
— 3 —
,^An7nerhing 4. Die Flexion der <?-Verba (i. Klasse) und
o-Verba im Spanischen ist völlig regelmässig und lediglich eine
Folge des Accentwandels; also Praes. Ind. siento, aber senti?nos\
duerfno, aber dor7mmos."
„AufFtillig ist bloss das Eintreten des / statt e vor dem Tone,
wenn der betonte Vocal ein anderer ist als /. Die Erklärung
von Delius Jahrb. I, 355. „Das tonlose ursprüngliche c in
sinlio (3. Pf.) ist erst dadurch zu i geworden, dass das io (ivit)
der Endsilbe nicht mehr io, sondern iö betont ward, das des
Tons verlustige / also in die Stammsilbe gerettet ward" er-
klärt, wenn sie richtig wäre, nur 3 Pf. {sintiö, diirmiö)', aber
woher sinticron durmieron, siiüämos diirmämos, sintäis dur-
7näis, sinticre durtJiiere, sintiendo durrniendof Man würde
eher durmi erwarten (vergl. port. siibi); aber gerade umge-
kehrt findet sich nie /, 21 vor /."
Aus H. Schucliardt, Zu F(3rsters romanischer Vocal-
steigerung, Zeitschrift für romanische Philologie IV, S. 113,
interessirt mich an dieser Stelle nur ein Passus, der sich auf
den letzten aus Förster citirten Abschnitt bezieht.
S. 120 „Obwohl Förster sich nicht mit Unrecht auf die
Betrachtung der betonten Vocale beschränkt hat, so hätte er
doch wenigstens jener eigenthümlichen Einwirkung der logu-
dorischen Vocale auf einander gedenken sollen, welche Spano
O. s. I 5 f. bespricht. Denn hier werden unbetonte und be-
tonte Vocale in gleicher Weise behandelt, so dass unter jenen
sich ebensowohl offenes e und 0 finden, wie unter diesen; wir
haben fast die Umkehrung der finnischen Vocalharmonie: der
letzte Vocal eines Wortes bestimmt nicht selten alle übrigen,
z. B In einer Anmerkung äussert Förster seine Ver-
wunderung über das unbetonte i und u in span. sinüiron, diir-
mieron, sintämos, diirmämos u. s. w. Schon 1872/3 habe ich
in meiner Vorlesung über spanische Grammatik den Wandel
von e und 0 zu i und n. auf den Einfluss des folgenden i
( + Vocal) zurückgeführt, welches freilich in scrdiamos, dor-
m/awzos geschwunden ist. Diez Gr. 3 A. I 176 hatte dies für
die Formen erkannt, in welchen i erhalten ist, und mintiera, sin-
tiese richtig zu citniento, hiniestra gestellt; aber II 181 gibt er
— 4 —
nur eine negative Erklärung des i. Durmi durfte Förster
nicht erwarten, da dies ja ein senli neben sich verlangt; sinii
aber widerspricht jenem spanischen Gesetze e-/=z-/, welches
Diez an der ersteren Stelle anfülirt. Für meine Behauptung,
dass dem / mehr assimilirende Kraft eigen ist als vollem /,
wüsste ich keine bessere Bestätigung, als die, welche in dem
Verhältniss von sintiö zu senti liegt."
J. Cornu, Melanges espagnols, Romania XIII, S. 285, be-
rührt denselben Gegenstand.
S. 297 „Si \'c reste dans la formule c-i, il n'en etait pas de
meme en ancien espagnol. II y a eu une epoque oü eile
devenait regulierement i~i. Mais pourquoi dit-on sintiö, si?i-
ticron, mais vcndiö, vendieronf C'est une question que Fürster
ne pose point. Je crois cependant qu'elle devait etre posee.
Les motifs d'euphonie que Diez fait valoir pour expliquer les
premieres de ces formes n'existent-ils pas pour les secondes et
leurs pareilles?"
S. 290 erwähnt C. das Auftreten von / statt c in Folge von
folgendem u: virtos, contino, mingua, etc.
Ausserdem interessirt mich eine Bemerkung S. 291: „Quant
ä l'anc. esp. conusco et convu&co,]Q n'hesite pas ä y reconnaitre
l'influence de Xu sur l'd."
Aus G. Baist, Die spanische Sprache, Gröber's Grundriss I,
ziehe ich Folgendes aus.
S. 714. „Lat. -lii habui hübe asp. ove, ovi, sapui supe,
*capui cupe, placuit plugo, potui pude, posui puse. In
estuve von cstar kann man schrittweise Angleichung von cstide
durch asp. estude (nach pude) vermuten, ebenso die wegen der
Begriffsverwandtschaft angeglichenen asp. atidide, midiide
neben jetzt allein giltigem anduve von andar. Bei asp. sove
V. seer (neusp. //«'), crovo von creer (neusp. creyö) ist eine ge-
wisse Beziehung zur Bildung des Futurums nicht zu verkennen.
Die Gleichheit der Bedeutung von teuer mit haher veranlasste
die Neubildung luve. Altsp. ausserdem noch yogue jacui,
conuvo cognovit neben conugo nach placer-plugo, Iruxe
*traxui."
— 5 —
Ueber die Gestaltung des Wurzelvocals finden sich folgende
Andeutungen: S. 696 „sapui snpc (wegen supieron, siipicra
u. s. w.) alt sope, capui ciipe f. cope, habui ove Imbe, jacui
yogue.'-'- 8,698: „Attraktion von 11 in posui jö?^«^, aus /^o5^,
*poiise wie huhey S. 700: „Unter den Umgestaltungen sind
die wichtigsten der Wandel von e zu ?, 0 zu ii bei folgendem
i-\-voc.: simiente, citniente, prision, pedi, pidiö, pidiero7i, dormi,
durmiö, durmieron vgl. igxial, Sigiienza, ciniela, viriiela.'-''
S. 713: „Für asp. erhaltenes 0 trat später im Anschluss an 6
und die abgeleiteten Formen u ein ove-hiibe.'' Den Einfluss
von auslautendem / scheint B. zu leugnen : er erklärt hice und
quise analogistisch.
J. Cornu, Die portugiesische Sprache, Gröber's Grundriss
I, führt S. 799 folgende hierher gehörige portugiesische Präte-
rita an: coiibe coubeste coicbe — soube soubcsle soube — hotcve
hoiiveste houve — pude apg. ^vtchpuide, pudcste d.^g. podeste,
podc mit geschlossenem 0 — piis puseste {^v^g. poscste) pos apg.
auch pose — joiive joiiveste jouve — proiive apg. auch prougue —
trousse trousseste trousse apg. und heute mundartlich troiixe
und trouve.
Dazu bemerkt er S. 802: „Anbildungen an ouve sind joiive,
prouve und apg. trotive." — „Angleicliung an apg. veo asp. vieno
venuit und an die neben oiive, prougue, podc, einst vorhan-
denen OJivo, proiigo, podo sind die apg. quiso, fezo, dixo oder
düsoy
Die Endungen gibt C. auf S. 733.
Ueber die Gestaltung des Wurzelvokals finde ich bei C. Fol-
gendes: S. 729: „Die Perfecta soube, coicbe, oiivc, jouve,
jjrougue oder prouve, trousse oder trouve veraltet, welche eine
Aussprache saupui u. s. w. voraussetzen." S. 749: „Gern tritt
Attraktion des u ein, ohne dass es immer an ursprünglicher
Stelle getilgt wäre: Vouga, vSLGUa,, augua Die Verbal-
formen coube capui, soube sapui, /(o?ivc habui, trousse
*traxui, erklären sich ebenfalls durch Attraktion oder Vor-
klang des z^." S. 734 wird die Schliessung des 0 zu u in pude
und pus auf das i der Endung zurückgeführt und es wird auf
die parallel gehende Entwicklung in estive etc. hingewiesen.
— 6 —
W. Meyer-Lübke, Grammatik der romanischen Sprachen,
gibt II iS. 2>-2 folgende aus lateinischen Grundformen ent-
springende z^-Perfecta: hubo, yogo, plngo, supo, piido, tiivo,
comivo, zu welchen als Analogie formen crovo und esUivo hin-
zukommen.
Dazu gibt er S. 331 folgende Erläuterung: „Das ?< trat in
den Stamm, a-\-u ergab dann 0, o + u, c + ti aber ii, also:
hovc
pudc
hovicsk
pudiestc
hove
pude
liovicmos
pudiemos
hovicstcs
pndiestes
hovieron
pudicron
Infolge des spanischen ümlautsgesetzes (I, § 359) wandelte
sich o-ic zu u-ic', ferner wurde das -c in 3. Sing, nach I und II
durch -0 ersetzt, also:
hovc
pudc
huvicstc
pudiestc
hovo
pudo
Jmvicjnos
pudicmos
ftuvicstes
pndiestes
hiivieron
pudicron
und dies hatte dann schliesslich die Vertauschung von hovc
hovo mit hüte huvo zur Folge. Manche alte Texte wie
Alexander, Hita, Ildefonso u. s. w. halten die zwei Klassen
noch ziemlich auseinander."
Das erwähnte Umlautsgesetz lautet I S. 286: „Zu bestimm-
tem Gesetz hat sich die Assimilation im Spanischen ausge-
bildet, wo geschlossenes e vor z-|- Voc. zu i wird, vgl. hirviaitc,
hinicstra, lision, tiniehlas, simiente^ hizicron u. s. w., beachtens-
wert ist miniroso neben mentira, mentiroso."
Ausserdem kommt noch I S. 259 in Betracht, wo über die
Wirkung von auslautendem / gehandelt wird: „Auch das
Spanische und Portugiesische gehen wenig weiter als das
Französische. Sie lauten geschlossenes c, o um, wenn nur ein-
— 7 —
facher Konsonant z^vischen den zwei Vocalen steht: span.
hize, vinc, quizc, prisc, hübe ?m^ hohi, ymgiic, truje, supe, shex
veinte. Ueber span. 2. Sg. -istc s. d. Formenlehre Im
Portugiesischen sind die Bedingimgen dieselben :_^2, quiz, vim,
dagegen bleibt au : hoiive , ou wird u: piidc (3. Sg. houve—pode),
gal. houhen 2i\ier piäden, pusen (posui.y''
Egidio Gorra, Lingua e letteratura spagnuola delle origini,
sagt S. 147 Folgendes: „La seconda classe comprende i per-
fetti latini in -211, e quelli in -vi (crevi, cognovi, che gia nel
latino Vulgare s'eran ridotti a *crcvui, *co(jiwvia) per effeto
della propagazione del tipo -id. Tra le numerose forme pri-
mitive 0 analogiche che di questa classe si perpetuarono nello
spagnuolo, antico o moderno, siano ricordate: habuit: ovo,
huho;—jacidt: yogo {mod. yaci); —placuii: plogo, plugo; —
sapuit: sopo, siipo; — potuit: podo, piido; — *crcdmt: crovo
(oggi creyö)', — *creviiit: croio (oggi crecio)\ — *cognovui:
conuvo (conociö);— *sedui: sovo (oggi scomparso); — *stctm:
estudo ed estovo, estuvo; — *capui: copo, ciipo; e cosi pure ana-
logicamente: andiido e anduvo andö, tovo tuvo: tcimity
Die betreffenden Lautgesetze erwähnt G. S. 13: „^ si altera
in 0 (u) (da 0 + 7^ da a + u) quando venga a scontrarsi con u
attratto dalla sillaba seguente: siipc, anticamente sopc sapin
Csmipi); supo, ant. sopo sapuit; hübe, ant. höbe habui; joggte,
ant. iogid jacui; plugo, ant. plogo placuitJ'
.,'L'u di siipc. hiihc ecc, da mpe, höbe, si deve all' intluenza
delle voci verbali arizotoniche como supiera, hiibicra, per le
quah v. n.*' 49."
S. 29: „Per l'azione di fonemi palatali circostanti a si altera
en e, e in i, 0 in u: . . .hiinestra. .ümiente. .cimiento. Jdrviente
..tiniehlas. . lision . . ligion . . ; di regola nelle voci verbali: pidiö,
pidieron (ma pedi ecc), sintiö, sintieron, remidiö, coiisintiö^
vistiö ecc."
Ueber die Wirkung von auslautendem i auf den Wurzel-
vokal unserer Präterita spricht G. nicht, doch ist aus § 24 zu
entnehmen, dass er sie zulässt. Ob er in picde, puse ausser-
dem noch Einwirkung des lateinischen u findet, ist nicht er-
sichtlich.
§ 2. Materialsammlung'.
Poema del Cid.
Ove: Prt. I ö/" 3321, 0//3320, 2 oiiste 3324, ^ ovo 859,
4 oviemos 21^2» ^ omeron 11. — Fiit. hyp. i ovier 3312, 3 öt^aere
1909, 4 ovieremos 2z^6'j, 6 ovieren 2639. — Prt. cj. 3 oviesse 20,
ovisse 1820 (wohl fehlerhaft, jedenfalls dritte Person), 5 ovies-
sedes 1944, 6 oviesse?i 520.
Sove: Prt. 3 sow 907, 6 sovieron 2823. — Prt. cj. 3 soviesse
1787.
Tove: Prt. i ;'ö?;e 3322, 3 tovo 959, 6 tovieron 664. — Fut.
hyp. I tocier 3081, 3 ^ö?,-?(?re 3142. — Prt. cj. 3 toviesse 1417.
Crove (von creer): Prt. 3 crovo 357, 6 croüeron 3326.—
Prt. cj. 3 er oviesse 1791.
Yog-ue: Prt. 3 yoyö 573.
Plog"lie: Prt. 3 plogo 304. — Fut. hyp. 3 ploguiere 2626. —
Prt. cj. 3 plogiesse 2046.
Sope: Prt. I sopc 2202, 3 sopo 295, 6 sopieron 2^2. — Fut.
hyp. 5 sopieredes 833. — Prt. cj. 6 sopicssen 563.
Pude: Prt. ^ pudo 233, d^ pudiemos 11 17, 6 pudieron 1151.
— Fut. hyp. 3 pudier 2637, 5 pudieredes 1466. — Prt. cj. 3
jmdiesse 2'^yy, pudies 309, ^ pudiessemos 2662, 6 pudiessen
1250.
Puse: Prt. 6 pusieron 348. — Prt. cj. 6 pusiessen 1254.
Respuse: Prt. 3 rrespuso 710 u. <".. (y^espondio 3042 u. ö.)
Als Priiterita von ^s^ar und andar erscheinen: estido 2i^2g,
andidiste 343, andido 1^26, andidieron 434, andidiessen 2839.
Gonzalo de Berceo, Geistliche Gedichte.
Ove: Prt. I 017 Mil. 250, öt;-e Sign. 28, 2 om^;« S. Mill. 114,
oviste S. Dom. 430, 3 ovo S.Dom. 526, 4 oviemos^. Dom. 495,
5 oviestes Sacr. 85, 6 ovieron S. Dom. 749. — PI. 3 oviera Sacr.
32, 6 ocieran Duelo 17.— Fut. hyp. 5 ovieredes S. Dom. 459. —
Prt. cj. I oviesse Mil. 817, 3 oviesse S. Dom. 256, 4 oviessemos
S. Dom. 205, 5 oviessedes Duelo 59, 6 oviessen S. Dom. 444.
— 9 —
Sove: Prt. 2 sovist S. Mill. 115, 3 sofo Sacr. 48, (smo Sacr.
178, salmantinisclier Schreiber), 6 soderon Duelo 97. — Prt. cj.
3 so'cit's Mill. 213, 6 soviessen S. Mill. 201.
Tove: Prt. i tovi Duelo 152, 2 tovist Mil. 230, 3 toco S.
Dom. 42, 6 tovieron S. Dom. 604 {tumeron S. Oria 54, moder-
nisirendei Schreiber). — PI. 3 tociera S. Dom. ^2-^. — Fut. hyp.
(3 tuviere Mil. 868, es dürfte tociere zu schreiben sein), 5 to-
vierdes S. Oria 160. — Prt. cj. 6 toviessen S. Dom. 455.
Trove (von trever'): Prt. 3 troro S. Dom. 556.
Estove (von estar): Prt. i estoci S. Oria 197, 5 estovicstes
S. Oria 197. — Fut. hyp. 2 estoviei-es S. Oria 125. — Ausserdem
findet sich: estido Sacr. 99, estidiemos Duelo 148. *)
Crove (von crecei-): Prt. 3 er 0^:0 Loor. 109. — Ausserdem
findet sich: crescio S. Mill. 259.
Crove (von creer): Prt. 3 descroTO Loor. 45. — Prt. cj. 6
cromessen S. Mill. 2'$,^. — Ausserdem findet sich: credio S. Dom.
546, C7\'yo S. Laur. 95.
Yogue: Prt. i iogiä Duelo 17, 3 iogo S. Dom. 610. — Prt.
cj. 6 yoguiessen S. Dom. 465.
Plogue: Prt. 3 j^/cf/o S. Dom. 490. — Fut. hyp. 3 ploguiere
S. Oria 175. — Prt. cj. i ploguiesse S. Mill. 423.
Sope: Prt. 2 sopiste S. Dom. 766, 3 sopo Sacr. 190, (sujw
S.Dom. 649), 6 sopieron S. Dom. 371, {supieron S. Oria loi,
modernisirender Schreiber). — Prt. 4 sopiesemos Loor. 188.
Pude: Prt. i pudi S. Dom. 609, jöö^e Mil. 522, t, pudo
Mil. 888 u. ö., podio Mil. 711, jö2/^/ö Mil. 78, d^ pudiemos S.
Dom. 495, podiemos S. Dom. 755. — Fut. hyp. i pudicro Mil.
805, podiero Mil. 657, 2 podieres S. Dom. 664, ^ pudieremos
S. Dom. 365. — Prt. cj. 2 podiesses S. Dom. 765, 3 podies Loor.
loi, 6 pudiessen S. Dom. 357. — Es überwiegen die Formen
mit u.
Puse: Prt. I pusi Mil. 657, pose Mil. 6, 2 pmiste S. Dom.
767, posiste Loor. 27, 3 ;??asö Loor. 37, ;>ö.s6) Mil. 68. — PI. 3
pusiera Mil. 367. — Es überwiegen die Formen mit u.
Connuve: Prt. 6 connuvieron Loor. 76.
*) Das Verbum a7idar bildet andido S. Dom. 666, andidieron S. Oria 99;
die Form anduvo, welche eine Handschrift in S. Dom. 37 bietet, ist falsch.
— 10 —
Gortzalo de Berceo, Alexanderlied.
Dasselbe wurde vom Autor castilisch geschrieben ; Ab-
schreiber brachten leonesische und sahiiantinische Formen in
den ven'tffenthchten Text. Ich bezeichne die Lesarten, die
ich für leonesisch. resp. leonesisch oder salmantiniscli halte,
durch 1., und die, die mir salmantinisch scheinen, durch s.
Natürlich ist dies in vielen Fällen sehr unsicher.
Ove: Prt. I ore 792, 2 oviste 1620, ovieste 1487 1., 3 ovo
1234, 5 oviestes 34, 6 ovieron i^g$, orioron 126^ s. — PI. 2
ovieras 546, 3 oviera i2y^, 6 ovieran 2004. — Fut. hyp, i ovieir.
102, 2 ovieres 15 16, 3 omer 674, 4 omemnos 1693 1., 5 ovierdes
67 1. — Prt. cj. I huviese 897 (modernisirte Form), 2 oviesses
1758, 3 oviesse 75, ovies 284, 6 oviessen 1397.
Sove; Prt. 3 sovo 12^2,, suvo 1872 s., 5 soviestes 170, 6 so-
vieron 582. — Fut. hyp. i sooiere 102, 2 sovieres 862. — Prt. cj. 6
soviesse7i 405.
Tove: Prt. 3 /öi-c 1261, tuvo 376 s., 4 tociemos g22, 5 wa^z-
toviestes 1695, 6 tovieron 250, tuvioron 11 34 s., mantomoron
716 s. — PL 3 toviera 82. — Fut. hyp. 2 tovieres 55, 6 tovieren
2090. — Prt. cj. 2 toviesses 880, tuvisses 42 s., 3 toviesse 94,
iöy?^« 231, 6 tovi essen 715.
Estove: Prt. cj. 3 estooies 1362.
Estode: Prt. 6 estodieron 269 1. — PL 3 estodiera 1613 1.
Estude: Prt. 3 estudo 2076 1. — Es findet sich auch ß5?!?V/ö
12 16, estiedo 546 1.
Andode: Prt. 6 andodioron 2135 s. — Es findet sich auch
andido 316 und andaron 1605 1.
Yogue: Prt. 3 yo/yr-» 839.^ — Prt. cj. 3 ioguiesse i"]^"], ioguies
2094.
Plogue: Vxi. '^ plogo 1372, progo 1913L — Prt. cj. 3 jcrö-
ffuiesse 2088 1.
Trogue: Prt. 3 trogo 282 L, 4 trogyemos 1288 L, 6 ^ro-
guioron 1425 s.— Prt. cj. 3 troguies 95 1. — Vergleiche troxe. —
Es findet sich ausserdem trasco 1213 im Reim.
Troxe: Prt. 3 troxo 1341 L, 6 troxieron 425 1. — PL 3
troxiera yyy 1. — Fut liyp. 3 troxier 924 I. .
II —
Sope: Prt. i sope 88, 3 sopo 102, soho 1188 1., 6 sobieron
376 1., sopioron 577 s., sobioron 1420 s.— PI. 3 sopiera 1036.—
—Prt. cj. I sopiesse 271, 3 sojiies 1089, 5 sopiessedes 238,
6 sopiesse?? 16.
Cope: Prt. cj. 6 copiessen 692.
Pude: Prt. i ^w^/e ino, pud 1106, 2 podisfe 4S4^ podieste
1620 1., 3 pudo 1238, 4 podiemos 1144, 5 podiestes 1343,
6 podieron 98, podioron 6^6 s.— PI. 3 podiera 124, 6 podieran
ic^gi, — Yut hyp. 2 pudieres S5, podier es 61, 4 podiermos,
1289 1. — Prt. cj. ^ pudies 863, podies i^ii, ^ jwdiessemos
1251, 6 pudiesen ^^7, jööf/ecssew 676. — Wenngleich die For-
men mit 0 dem Dialekt des Dichters nicht fremd waren, so
sind sie doch durch die Schreiber erheblich vermehrt worden.
Puse: Prt. 3 puso 105, repuso 120, 6 pusieron 2g6, po-
sieron 181, posioron 899 s., jmsioron 713 s.— Prt. cj. 2 ;?^<-
s^■<?sse5• 291, 3 jöös/ßsse 1391, 6 posiessen 220. — Die Zahl der
Formen mit 0 ist durch die Schreiber vermehrt worden.
Respuse: Prt. 3 respuso 44.
Apollo niusgedich t .
Ove: Prt. I ove 126, 2 oviste 84, 3 ö?;ö 5, 4 oriemos 547,
5 oviestes 9, 6 oz.-2>röri 20. — PI. 3 o^«;?era 377. - Fut. hj^p. i
kaviere 138.— Prt. cj. 6 omessen 596.
Sove: Prt. 3 söro 418. — Prt. cj. i somes 116, 3 ssö^/ßse
374-
Tove: Prt. i tove 357, ^^tow 46, 6 tozieron ^2-] . — J^ut.
hyp. 5 tovieredes 358.
Estove: Prt. cj. 3 estomes 524.
Estude: Prt. cj. 2 estudieses 2^2. —Ausserdem findet sich
estido 134.— Das Präteritum von andar ist andido 134.
Yogue: Prt. ijogo 320.— Prt. cj. i yogues 131, 3 yoguiesse
449, 5 ioguiesedes 319.
Plogue: Prt. -^ plogo 114.
Sope: Prt. 3 sopo 185 u. ö., supo 20, 6 sopieron 35. —
Prt. cj. 2 ssopiesses 537, supiesses 503, 3 sopiesse 551.
Pude: Prt. 3 ;?2^f/ö 5, ^ pudieMOS 2go, c^ jmdiestes <), d pu-
dieron6i.—Y\\i.\\y^. 2 pudieres ^0, c^ pudierdes 166, 6 ;??<-
— 12 —
dierenioi. — Prt. cj. i pudiesse igz, 2 pudieses 2^j, t, pudies
481, 4 pudiese?nos 243y 6 pudiesen igS.
Puse: Prt. 3 2)uso 21, 6 pusieron 97.
Dokumente von Silos.
Dokumente der Abtei von Silos veröffentlicht von Marius
Ferotin, Recueil des chartes de l'abbaye de Silos, Paris 1897.
Ich benutze aus diesem vortrefflichen Werke, das eben, wo
ich in Begriff bin, diese Arbeit abzuschliessen, in meine Hände
kommt, die aus Silos selbst stammenden Dokumente des 13.
Jahrhunderts *), und zwar sind dies folgende: 113 (vom Jahre
1231), 121, 126, 130, 136, 195, 211, 218, 225, 229, 235, 241,
275, 2y'^, 281 (vom Jahre 1295).
Ove: Prt. 5 oviestes 275. — Fut. hyp. 3 ovicrc 130, 6 ovieren
235. — Prt. cj. 5 oviessedes 22^.
Tove: Fut. hyp. i toviere 2^1, 3 toviere 130.
Pude : Fut. hyp. 5 pudieredes 1 30.
Puse: Prt. l pus 195, 4 pusiemos 211. — Prt. cj. t, pusiesse
195.
Fuero juzgo XTI 3, De las leyes nuevos de los judios,
cod. Malp. 2.
Ove: Fut. hyp. 3 oviere l, 4 omermos l, 6 ovieren 4. — Prt.
cj. 6 oviesen 12.
Tove: Prt. 3 mantovo 15, 4 toviemos 1. — Fnt. hyp. 3 toviere
22, 6 mantomeren. 8. — Prt. cj. 6 toviesen 4.
Crove (de creer): Prt. 4 croviemos 4, 6 crovieron 15.— Fut.
hyp. 3 croviere i, 6 er ovieren 2"/.
Sope: Prt. 3 sopo 28.— Fut. hyp. 3 sojnere 24.
Pude: Prt. 3 pudo 15.
Andude: Prt. 3 andiido 15.
Puse: Prt. i pus 15, 3 puso 15, /\ pusiemos 3. — PI. 6
pusieran 28.— Fut. hyp. 7, pusiere 17 {ponier 17).
*) In Bezug auf das Possessiv sei nur bemerkt, dass die Dokumente,
wie zu erwarten war, im Masculinum zwischen mio und mi, so und 5«
schwanken; im Femininum erscheinen mi und su^ ganz vereinzelt so.
— 13 —
Uehersetzung der Geschichte der Goten des Erzbischofs
Rodrigo, Documentos incditos 88.
Ove: Prt. i ove 80, 2 ovieste 66, 3 ovo i, 4 oviemos 47,
6 ovieron 2. — Prt. cj. 3 oviese 47, 6 oviesen 75.
Sove: Prt. 6 sovieron 93.
Tove: Prt. 3 ^ö?;ö 6, re^ö«;ö 36 (ganz ausnahmsweise retuvo
90), 6 tovieron 7. — Prt. cj. 3 mantoüiese 47, 6 toviesen 28.
Cr ove: Prt. 3 cröe?ö 56.
Yogue: Prt. 3 yogo 36.
Plogue: Prt. 'i plogo zy. — PI. iploguiera 2"].
Sope: Prt. I sope 66, 3 sopo 9, 6 sopieron 9.
Troxe: Prt. 3 troxo 9. —Es findet sich ausserdem: traxo 71,
trasxiera 9, trayo 36, trayeron 36.
Pude: Prt. i /»z^ir/ 84, 2 pudiste 47, 3 /?Mf/ö 9, 4 jmdiemos
74, 6 pudieron 9. — Fut. hyp. 3 jmdiere 2"].
Estude: PI. 3 estudiera 36. — Prt. cj. 3 estudiese 36. —
Ausserdem findet sich es^«öfö 61. — Das Präteritum von andar
ist andido 61, oMdidieron 59.
Puse: Prt. 3 jö^<so 3, 6 pusieron 4. — PI. 3 pusiera 2']^
6 pusieran 56. — Prt. cj. 3 pusiese 36, 6 pusiesen 56.
Respuse: Prt. 3 rcspuso 19.
-Das Gedicht von San lldefonso.
Ove: Prt. 3 ^,0^0 Seite 323 b, 6 hovieron 324 b. — Prt. cj. 3
hobiese 324 a.
Tove: Prt. i tobe 326 a, 3 i!ö6o 326 a, 6 maMomeron 328 a.
Plogue: Prt. "iplogo 330 a.
Sope: Prt. 3 6'ö/>ö 325 b. — Prt. cj. 6 sopiesen 328 a.
Pude: Prt. 3 pudo 324 b, 6 podieron 329 a. — PI. i piidiera
327 a. — Fut. hyp. 2 pudieres 324 a.
Puse: Prt. 2 posiste 325 b, 3 compuso 328 a, 5 compusiestes
328 a. — PI. 3 pusiera 329 b.
Das Präteritum von ßs^ar ist ßsiiVfö 330 a.
— 14 —
Mac'stre Jacoho Ruiz, Flores de las leyes, Memorial
histörico II.
Ove: Prt. I oce 3, i, 7, 3 ovo 2, i, i. — Fut. hyp. 3 oder i,
10, I, ociere i, 15, 4, 5 ovieredes 3, i, 2, 6 ovieren 2, 3, l. —
Prt. cj. 6 ovi essen i, i, 4.
Tove: Prt. 3 ;;(??;ö i, 8, 3. — Fut. hyp. 3 tomere 3, 2, i
5 toiiered.es i, 12, 7, tomerdes 3, 2, 7. — PL 3 toviera i, 8, 3.
Yogue: Fut. hyp. 3 yoguiere 2,%, i.
Sope: Fut. hyp. 3 sopiere 2, 3, i, 6 sopieren i, 2, i. — Prt.
cj. I sopiesse Intr.
Pude: Prt. 3 pudo i, 12, 6. — PI. 5 pudierades i, 12, 2,
6 pudieran 3, 3, 2. — Fut. hyp. 3 pudiere i, 15, 4, 5 pudieredes
ij 5> 3) 6 pudieren l, 2, 3. — Prt, cj. I pudiesse Intr., 3 pudiesse
\, 2, 4, (5 podiessedes lutr.)
Puse: Prt. I jwi<.§ 3, 1, 7, 3 />i!^6'ö I, 15, 5, 5 piisiestes i, 13, i.
— Fut. hyp. 3 pusiere i, 10, l.
Urkunden Alfonso des X, veröffentlicht im Memorial
histörico 7, /A
Ove: Prt. I hohe 46, 3 ovo 112, 4 ociemos 56, ocimos 22S,
5 Oüiestes 115, 6 ovieron 2^. — PL 3 oviera 22S, 4 orieramos 22%,
6 ovieran 89. — Fut. hyp. 3 öc^tTc 7, o»?<?r 90, 4 ovieremos 22g,
6 ovieren 15, (uvieren 33). — Prt. cj. 3 oviesse 20, (hubiese 65),
4 oviesemos 56, 5 oviesedes Sy, 6 oviessen 23.
Sove: Fut. hyp; 3 sovieren 21.
Tove: Prt. i iJö^jß 20, (^Jw^e 180), 3 ;!ööö 22^, {tavo 134),
4 toviemos 56, tovimos 22g, 5 tovistes 140, 6 tovieron 21. — Fut.
hyp. I toviere 24, 3 tohiere 119, ^^öp/cv 102, 4 tovieremos 104,
6 tovieren 22g, lavieren 22g. — Prt. cj. i toüiese 157, 3 toviesse
6, 4 toviesemos 89, tubiesemos 119, 5 toviesedos 115, 6 toviessen
182.
Andove: Prt. cj. 6 andoviesen 179.
Andude: Prt. 6 andudieron 140.
Anduve: Fut. hyp. 3 anduviere 119, 6 andubieren 84. — Prt.
cj. 3 andubiese 5.
Estove: Fut. hyp. 3 estoviere 22(), 6 estobierenilz. — Prt.
cj. 6 estoviesen 22g.
Estude: Fut. hyp. 3 estudiere 102, 6 estudieren 115.
Estuve: PI. 5 estuviera 228. — Fut. hyp. 3 estubiere 128,
6 estuvieren 115. 140.
Plogue: Fut. hyp. 2> P^oguiere 95. — Prt, cj. i ploguiese 97.
Sope: Prt. 3 miJO 228, 4 sopiemos 59, sopimos 228, 6 so-
pieron 23. — Prt. cj. 6 sopiese?i 86.
Cope: Fut. hyp. 6 copieren 55.
Troxe: Prt. 6 trojieron 89, truxieron 140. — Fut. hyp. 3
troxiere 128, 6 troxieren 25 u. ö., trugieren 179. — Vergl. trajere
5, traxeren 104.
Pude: Prt. I /»Mfl^ 115, 3 /JM^ö 228, 4 pudimos 228, (podi-
mos 228), 5 pudiestes 8y, 6 pudieron 65. — PI. 4 pudieramos
228. — Fut. hyp. I jmdiere 115, pudier 140, 3 pudiere 2^,
/\ pudieremcs 140, (5 podieredes 94), d pudier en 5, — Prt. cj. 3
pudiese 23, 4 pudiesemos 228, (podiesemos 22()), 6 pudiesen
34, {podiesen 89).
Puse : Prt. I jöi^s 7, 3 puso ijs, 4 ptisiemos ^6, {posimos
22g), ^ pusistes 140, 6 pusieron 56. — PI. 6 pusieran 90. — Fut.
hyp. I pusiere 2"/, 4 pusieremos 182, 5 />?<S26'/'6y4's 140, 6
pussieren 128. — Prt. 'i pusiese 86, 6 pusiessen 182.
Altszug aus der spanischen Chronik des Königs Alfonso X,
veröffentlicht von R. Menendez P., Za Leyenda de los
Infantes de Lara, Madrid 1896.
Ove: Prt. I öi^e Seite 238, 3 ow 221, 4 oviemos 225 (die
meisten Handschriften haben otimos^ doch hat die wichtige E
oviemos), 6 ovieron 208. — PL 6 ovieran 224. — Fut. hyp. i oviere
225, 2 ovier-es 238, 5 ovieredes 219.
Tove: Prt. 3 iJöW 225. — Fut. hyp. 5 tovieredes 212. — Prt.
cj. I toviesse 217, 5 toviessedes 212.
Plogue : Prt. 3 ^/ö^ö 209. — Prt. cj. 3 ploguiesse 212.
Sope: Prt. 3 sopo 209, 6 sopieron 212.
— i6 —
Troxe: Prt. 2 troxiste 233, 4 troximos 234 (eine Hand-
schrift hat traximos und E hat aduxiemos), 6 troxieron 237
(es finden sich die Varianten aduxieron, traxieron, truxieron.)
Pude: Prt. 3 /'^^(/ö 209, c^ pudiestes 22c^ (die Handschriften
haben pudiestes^ podistes, pudistes, doch ist pudiestes am
besten bezeugt). — PI. i pudiere 214, 3 pudiera 216. — Fut. hyp.
I pudiere 241, 4 pudieremos 230, 5 pudieredes 219. — Prt. cj.
3 pudiesse 223.
Andude: PI. 3 andadiera 216. — Daneben findet sich
andido 212 (Variante: andudo), andidieron 224 (Variante:
Puse : Prt. ipusieron 217. — Prt. cj. 6 pusicssen 236.
Astronomie des Königs Alfonso X. *)
Ove: Prt. 3 öi'ö, I, 7, 17, 4 oviemos 2, 175, 11. — Fut. hyp.
ö^v'er 2, 26, 14. — Prt. cj. 3 oviesse 2, 4, 7. — Ausserdem findet
sich: avieres 2, 205, 33, ay?ßr 3, 131, 4.
Tove: Prt. 4 todiemos 3, 163, 16. — Prt. cj. 3 twviesse i,
50,8.
Estove: Fut. hyp. 3 estomere i, 76, 21, 6 estuvieren i,
76, 24.
Estode: Fut. hyp. 3 estodier 3, 229, 16. — Prt. cj. 3 estodies
2, 22, 5. — Ausserdem findet sich estediste 2, 219, 26.
Andove: Fut. hyp. 3 andoviere i, 15, 17. — Prt. cj. 6 andii-
viessen i, 16, 22.
Sope: Prt. 4 sopiemos 2, 175, i. — Fut. hyp. 2 sopieres
2, 46, 16, 3 supiere i, 62, 33.
Pude: Fut. hyp. 2 pudieres 3, 252, 7, podiercs 2, 22, 25. —
Prt. cj. ^ podiessen i, 8, 21.
Puse: Prt. i puse 3, n, 21, 2 possiste 2, 12, 17, 2> P^sso
3, 175, 27, ^ possiemos 2, 62, 8, 6 possierofi i, 55, 16. — Fut.
hyp. 2 pussieres i, 171, 11, posieres 2, 50, 9.
*) Das Material der Astronomie entnehme ich aus meinem Artikel über
die Orthographie der Astronomie. Es ist nicht für den vorliegenden Zweck
gesammelt und ist daher vielleicht nicht vollständig.
— 17 —
Jumi Manuel, El lihro de la caza, herausgegeben von
G. Baist, Halle 1880.
Ove: Prt. 3 o€0 42, 9.— Fut. hyp. 3 oviere 6, 23, 6 ooteren
15, 7._Prt. cj. 3 oviesse 9, 29, 6 ooiessen 38, 18.
Tove: Prt. 3 toco 3, 21.— Fut. hyp. 3 toviere 29, 16.
Sope; Fut. hyp. 3 so^iere 33, 29.--Prt. cj. 3 sopiessezy, 7.
Troxe: Vrt. (> troxieron 80, 12.— Fut. hyp. 3 troxiere 25,
13 und öfter.— Ausnahmsweise findet sich traxiere 11, 2.
Pude: Prt. 3 pudo i, 4.— Fut. hyp. 3 P'tdierc 26, 3, G pu-
diercn 16, 23.— Prt. cj. ^ pudiesse 3, 6.
Estude: Fut. hyp. 3 esüuliere 28, 6, 6 estudieren 48, 16.
Estode: Fut. hyp. 3 estodiere 58, 16.— Es findet sich ausser-
dem estediere 23, 12.
Andude: Fut. hyp. 3 andudiere 29, i und «jfter. — Es findet
sich ausnahmsweise a;ir/«V/ö 74,17-
Puse: Prt. 3 pu80 i, 2.
Documents des archices de la chamhre des comptes de Navarra,
herausgegeben von Brutails, Paris 1890.
I. Dokumente des 13. Jahrhunderts.
Ove: Prt. 5 oviestes 4.— Fut. hyp. 4 ooieremos 5. —Prt. cj.
4 oviessemos 22, 5 oviessedes 12.
Tove: Prt. 5 retoviestes 12.
Puse: Prt. 4^pmiemos 22.— Prt. cj. 6 posiessen 22.
Präteritum von poder: Prt. cj. i podies 12, c^ podiesse-
des 13.
II. DokumcKte des 14. Jahrhunderts.
Ove: Prt. 5 oviestes 53.— Prt. cj. 3 ovies 106, 4 oäessemos
49, 6 oviessen 124.
Tove: Prt. cj. 5 toviessedes 140, 6 toviessen 113-
Sope: Prt 3 sopo 164.— Fut. hyp. 5 sopiertes 70.
Puse : Prt. 3 7JZ^so 192, {puzo 49), 6 depmieroa 37.
Präteritum von poder : Fut. hyp. 5 pod.iertes 108. — Prt-
cj. d jjodiessen 113.
Als Präteritum von traer erscheint tragsso (d. i. traxo) 98
und traß/6 52.
(2)
__. i8 —
Coj)ia romanceada cid fuero de Arguedas, Mwioz S. 329.
Ove: Fut. liyp. 3 obkrc^ 5 obicrt(i,s, 6 obicren.
Plog'ue: Fut. hyp. }. ]>logii/erc.
Präteritum von poder: Fut. hyp. 2, podiere.
In dem Reformvorschlag zum Fuero de Tudela bei Mufioz
S. 423 findet sich Jiomescti. In den von Amador de los Rios
Litteraturgeschichte II veröffentlichten navarrischen Doku-
menten findet sich orlerc und tomeron.
Ä ragoniscke Dokumente.
Die folgenden Formen ziehe ich aus meinem Aufsatz über
die aragonische (/onjugation aus. Dort finden sich genauere
Angaben über die Quellen.
A. i-io = Memorial historico I. II, 36. 57. 58. 75. 93. 136.
22\. 222. 223. 105. — B. 1-3 = Memorial historico III 5. 6. 7.
— C. 1-6 = Documente, die Capmany verr»ffentlicht hat. —
D. 1-4 = Documente bei Amador de los Rios II. ■ — F. 2. 3. =
Mufioz, S. 435. 245.— G. I. 2. = Von Gebhardt veröffentlichte
Dokumente.
Ove: Prt. 3 000 F. 2, 4 odemos A. 3. — PI. 4 ovicramos A. 8,
5 orie indes A. 8. — Fut. hyp. 3 ödere F. 2, 4 oderemos C. 4. —
Prt. cj. 3 ödes X. 7, oviesse A. 7, 4 odessemos A, 6, 5 odesse-
des A. 8.
Sove: Fut. hyp. 3 sodere F. 2.
Tove: Prt. 6 toderon B. 2, — Fut. hyp. 5 tovierdcs A. 8.
Plogue: Fut. hyp. -i ploguiere F. 2.
Sope: IVt. 4 sopiemo.> G. i. — Fut. hyp. 6 sopieren A. 3.
Pude: Prt. 6 podieron B. 2. — PL ^ pod,icra A. 8. — Fut.
hyp. 3 pudierc V . 2, podJer A. 3, 5 podierdes A. 3, 6 jmdAeren
A. 3. — Prt. cj. 3 pudiesse C. i, podies A. 7, 4 podiesemos
C 4. 6 podiessen B. 2.
Puse: Vrt. 2> puso A. ^, 4^ pusiemos A. c^.
Das Präteritum von andjir ist andide {andidiesseti A. 3).
— 19 —
Chronik von Morea, cerfasst Im Auftrage von Johan Ferrandez
de Ileredia, herausgegeben von J. Morel-Fatio, Genf 18S5.
Huve: Trt. 3 huvo 7, 6 kuvieron 23.— Prt. cj. 3 huviefise 5,
(ausnahmsweise hoviesse 227). — Ausserdem findet sich: acleron
75. ariesses 263, avies 79, aviesse 263, aviessen 438. *)
Tuve: Prt. 3 turo 73. — Prt. cj. 3 tuciesse 105.
Estuve: Prt. 3 estuvo 262, 6 estuvieron 370.— Prt. 3 esta-
viesse 201, 6 estuciessen 138,
Supe: Prt. 3 supo 67, 6 mpierön 296. — Ausserdem findet
sich sabiesse 387.
Pude: Prt. ^^pudotj. — l*rt. cj. 3 pudiese 13. d jmliessen
544. — Es überwiegt durchaus der Wurzelvokal 11.
Puse: Prt. 3 puso 31, pußso 224, (^ pusieron 38. — Prt.
cj. 6 pusiessen 32.
Die Verba plazer, traer^ andar bilden regelmässige Prü-
terita: plazio 104, plaziesse 14, trai/o 164, ando 6, andas-
sen 33.
Leojiesiscke Formen, ausgezogen a.us meinem Aufsatz über
die leonesische Conjugation.
Sah., L., Coy. = Munoz S. 178. 73. 213. — M. A. = Docu-
ment des Bischofs INIunio Alvarez, Espaha sagrada 36. — ]M. F.
I. IL IIL Documenre des Bischofs Martin Fernandez, Espana
sagrada 36. — Ba,, Bb., Bc. = Drei Handschriften des Fuero
Juzgo (B. R. I. 2. 3.)
Ove: Prt. 3 000 Sah., 6 ohieron L.— Fut. hyp. 3 ovier Sah.,
over Sah., 6 ozieren Sah., avieren Sah.
Sove: Fut. hyp. 3 sovier Sah.
Tove: Prt. 3 tovo Ba. 5, 2, 6. — PI. 3 toviera Ba. 5, i, 5. —
Fut. h3'p. 3 tover Sah., tobier L., 6 tovieren Sah.
Estove: Prt. 3 estovieron Coy. — Fut. hyp. 3 estobier L. 42,
6 estovieren M. F. I.
*) Die Formen mit a sind schon in den von Priebsch veröffentlicliten
Glossen häufisr.
20
Estode: Fut. hyp. 6 estodlcren Ba. 8, 3, 3.
Estude: Tit. 3 estii.do Ba. 9, i, 4. — Es findet sich ausser-
dem eiithU) Ba. 9, I, 4.
Andode: Prt. cj. 6 ruidodieaeu Ba. 8, 1,4. — Es findet sich
ausserdem aiidldo Ba. 6, i, 2.
Plogue: Fut. hyp. i ploguicr L. 40.
Trogue: Fut. hyp. 3 trogiere M. F. i, 6 trogieren M, F. I.
— Es lasst sich nicht bestimmen, ob trogiere für trogiücrc oder
für troxicrc steht; die Formen trogo etc. sind bezeugt im
Alexander.
Troxe: Fut. hvp. 3 tro^vier L. 32.
Sobe: Prt. 3 aoho Ba. 4,4, 2. — Fut. hyp. 3 sohicr Ba. 2, i, 10,
6 sobii'nni Ba. 9, i, 21.
Pude: Fut. hyp. 3 podicr Sah., M. F. II, Ba. 2, 2, i, pudicr
L. i\, pudicre Bb. 8, i. ii, 6 podiercu Sah., L. 19, M. F. I. II,
pndieren L. 24. — Frt. cj. ^ pod/cse Ba. 2, i, 4, pudiane L. 5. —
Es überwiegen die Formen mit 0.
Puse: Frt. 3 p-mo M. F. I, 4 poskmos Ba. 6, 5, 16. — Fut.
liyp. 3 aposier Ba. -, i, 7, d pjosieren Sah., M. F. I. II.
Briefe Ahjccuiders in Hulmardinischem Dialekt.
Ove: Frt. i oce i, 6 oviovoii.—VvxX.. hyp. 5 omerdea 2.— Prt.
cj. 3 oricsae 1.2.
Sope: Prt. 3 -s7>/yö I. — Prt. cj. 5 sopiessedes i.
Pude: Fut. hyp. -^ podierdes i.
Z/yö/ Doctimente im Dialekt non Valladolid (V. T. IL)
I = Espaüa sagrada 36 S. 216. — 2 = Espana sagrada 36 S.
CLXII.
Ove: Prt. 4 omemo8 2, 6 ocieroii 2. — Fut. hyp. 3 omer 2,
oviere i, 6 ocieren i.
Tuve: Prt. 3 ^d^^-o 2. — Fut. hyp. 6 tomer cn i. — Prt. cj. 6
ma.iiforie.seri 2.
Sope: Fut. hyp. 3 mpier i, sopiere i.
Pude: Fut. hyp. 2> podier 2, () podiei^en i. 2.
— 21 —
Drei Urkunden von Toro, Memorial Jnstorico I. II. 13S. 171 .
224 {T. T.II. IIJ.) *)
Ove: Fiit. hyp. 3 oder 2, liohierc i, 4 hiihieremo,^ i.
Tove: Fut. hyp. 3 tohiere i, ttibiere i.
Sobe: Fut. hyp. 3 sohicr i.
^1 Itasturische Denkmäler.
F. A. = Fuero de Aviles, — F. O. = Fueio de Oviedo. —
Da— Dl = Dociimente, die Fernandez-Giierra in seiner Aus-
gabe des Fuero de Aviles beibringt, S. 68. 48. 68. 69. 70.
71. 74. 76. 80. 81. 85. — Mem. = Memorial historico I. 54. —
E. S. I. IL IX. XIII = Documente aus der Espana sagrada 39.
Camp., Esc, ßex., E. 11. = Vier Handschriften des Fuero
Juzgo nach der Ausgabe der Akademie.
Ove: Prt. 3 ovo Camp. 2, i, 24, lioco Di, 4 ocicmos E. S.
II, 6 hubieron E. S. IV. — Fut. hyp. 3 ocer F. A. 41, Esc. 2, i, 5,
oder F. O. 16, Camp, to, ödere F. O. 13, aver F. A. 16,
6 overent Camp. 18, öderen F. O. 33. — Prt. cj. 6 hohiesenf De.
An Stelle von sove erscheint seve: Fut. hyp. 6 sederen
Camp. 2, I, 23.
Tove: PI. 3 tohiera E. S. IV.— Fut. hyp. 3 toder F. O. 20.
lodere E. R. 9, i, 10, tohiere E. S. IV, 6 toteren E. I\. 2, i, 5.
") Der Vertrag von Cabreros (Espafia sagrada 30 S. CXXXII), der in
Folge seines Alters ein wichtiges Spiaclidocument sein kiinnte, ist leider für
diese Arbeit ebensowenig als für meine fiühcrcn beimtzbar. Der Text weist
eine bunte Mischung von altcas'ilischen, altleonesischen und nenspanischen
Formen auf. Letztere sind dem Herausgeber zuzuschreiben.
Die Formen des Fossessivpronomens enthalten Einiges, was Interesse hat.
Das unbetonte s^io ist häufiger als in irgend einem anderen mir bekannten
Documeut mit Ausnahme des Fuero Viejo de Castiila, doch kommt auch 5^;
vor. Ausserdem ist das zweimal erscheinende siie mortc zu beachten; häufiger
ist sua. Es kommt auch sn in beiden Geschlechtern vor.
— 22 —
Die gewr)hnliche Form ist nicht toce sondern teve: Prt. 3,
te/co Camp. 5. i. 5, 6 teveron Camp. 15, tevieron Camp. 5, i, 5.
— n. 3 fericra Camp. 5. 1,5. — Fiit. hy{). 3 tecer F. A. 38,
t(yder Dd., Df., Bex. 2, i, 5, 6 tedercn Camp. 2, 1, 5. — Da-
neben kommen vor: tenlere Esc. 4, 2, 13, tener ßex. 2, i, 6,
tevir F. A. öS.
Ebenso erscheint für crow (von creer) crevo: Prt. 3 crexo
Camp. 7, 2, 6, acreco Esc. Bex. E. R. 5, 6, 3.
Estove: Fiit. hyp. 6 cstovieren E. R. 8, 3, 3. — Prt. cj. 3 es-
ioviese E. S. III. — Gewr)hnlichcr ist das Präteritum esteve:
Prt. 6 estcncron Camp. 3, 2, 3. — Fut. hyp. 3 estecier Camp. 3,
Esc. 2, 4, 8.
Estode: Prt. 3 estodieron E. R. 10, 2, 5. — Fut. hyp. 3 csto-
(licr F. 0. 32, 6 c.stodieren Bex. 8, 3, 3. — Ausserdem findet
sich csfedicron Bex. 3, 2, 3, estcdier Bex. 3.
Estude: Fut. hyp. 3 estudicm E. R. 3.
Das Präteritum von andar ist ando Camp. Bex. 6, 1,2, an-
daron Bex. 2, 2, 8.
Plogue: Prt. 3 ])lo(jo Df. — Daneben findet sich Fut. hyp.
3 plazer F. A. 7, plazier F. O. 24.
Trogue: Fut. hyp. 3 trogicr Dk. 3, 6 troguieren Dk. 8.
Sobe: Prt. 3 «^V^ö Bex. 4, 4, 2.— Fut. hyp. 3 snher Camp. 3. 5,
5, ,s-öA/ßr Camp. 2,1,10, soper Esc. 6,5, 21, 6 soberefitF.
A. 27, Hobicren F. O. 13.— Prt. cj. 3 5ö^?''?.s-<? Esc. 2, i, 10.
Pode: Prt. 3 7;»ör/ö Esc. 2, i, 31. — PI. 3 jwdiera Camp. 2, i,
26. — Fut. hyp. 3 />ör/ßy F. A. 6, F. O. 21, jwdcl F. A. 45,
podicr F. O. 12, Camp. 10, podiere V.O. j, pmdiereY.O. \%
E. R. 4, 3, 3.— Prt. cj. 3 podies De, podicse Camp., Esc. 2, 6, 4,
jwde.^sfi Esc. 2, I, 4.
Puse: Prt. /\ posiemos Mem., Esc. 6, 5, 16, 'pusiemos Bex, 6,
5^ 16.— Fut. hyp. 3 2^ospr F. A. 10, posier F. O. 13, aposier
Camp. P>ex. 2, 1,7, posiere F. O. 6, ;>?i.s7"d/' F. O. 29, npusier
Esc. 2, I, 7, ^posieredes E. S, IL — Prt. cj. b posiesent Mem.
Neuast uriscitc Sprachden/miäler.
A. = Colecciou de poesias en dialecto asturiano, Oviedo 1S39.
— C.= Einige Gedichte von Teodoio Cuesta. — R.=Vocalmlari()
de las palabras i frases bables por Apolinar de Rato i Hevia.
Madrid 1891.— M. = Westasturische von Muntlie (Anteckningar
omfolkmaalet i en trakt af vestra Asturien. Upsaka 18S7) citirte
Formen.
Hubi, dubi, hebi: Prt. 1 iibi R.. diici R., dubc R.. 3 Jiubü
A. 56 (Seite 56), heho A. 183, C R.. 6 kohieron A. 225. —
Prt. cj. 3 huhirs A. 220, hohics A. j^.
Tubi, tebi: Prt. i tiwe A. loi, tevi A. 89, R., 2 f (reichte R..
toviesti R., tovistc R., 3 tuvo A. 88, teco A. 89, R., 4 toricmos
R., 5 totiestes R., tovistes R., 6 tnmeron A. 129, torieron R. —
PI. I txiviera A. 58, toviera R., 3 tuviera A. 63, 5 tuvierais A.
58. — Fut. hyp. I toziere R., 2 torieres R., 3 ^ör?>;' R. — Prt.
cj. 3 tumes A. 178, toziesc. C, ^ör/^^.s C.
Estubi, estebi: Prt. i estnU R., 6-^^;6?' M., 2 estiitisti
A. 113, 3 estuvo A. 30, 6'/'//Z'^< M., es^^^i-^ A. 25, R., s;fß(^^< M.,
6 estuvier07i R. — PI. 2 estoviercs A. 13, d cstavierfin X. 14.
estocieren A. 45.
Andubi, andebi: Prt. 3 andalm M., amkhu M. — PI. i «z^-
duhiera A. 246.
Supi: Prt. 3 s?i/»ö A. 88. — PI. i supiera A. 244, 2 supieres
A. 249, 6 supiei-en A. 142. — Prt. cj. 3 dc^j/t'.s- C. — Es existirt
auch sepo, vergl. Munthe S. 49. — Das Prüteritum von mher ist
regelmässig: cabiera A. 193.
Truxi, trixi: Prt. i trixi A. 92, R., truxi M.. 3 fruxo A.
45, R., trexo A. 239, R., 6 tnixeron R. — Bei C. findet sich
traxo.
Pudi: Prt. 1 pudi A. 100. 3 pudo A. 47. — PI. i pudiera
A. 119, -i, pudiera A. 4, ^ pudü'ramos A. 165, 6 pudieran
A. 142. — Prt. cj. I pudies A. 32, 3 j»Mr/^V'S A. 60, 6 pud.iesen C.
Punxi, ponxi, puxi: Prt. \ punxe R., poiixi K. 93, /??m
R., M., zjmnxisteR., 3 joz^wa^ö R. C, apunxo K. 26, yonxo
A. 7, R., compuxo A. 38, 6 punxeron A. 238, empoxeroii A. 97,
pusienon A. 33. — PL 6 punxeren A. 104. — Prt. cj. 3 ])onxes
A. 193.
— 24 —
den durch i 'bewirkten Umlaut.
Die Frage nach der Wirkung eines folgenden i auf den
Wurzelvokal ist in der vorliegenden Arbeit nicht zu umgehen.
Ich habe seit einiger Zeit angefangen Material zu sammeln um
den Umlaut im Spanischen quellenmässig zu behandeln, doch
ist diese Arbeit noch nicht weit vorgeschritten. Ich muss
mich daher im Augenblick noch vorwiegend auf Material aus
zweiter Hand stützen und skizzire nur meine Anschauungs-
weise; die AusfiÜirung mit vollem Material hoffe ich iu nicht
zu ferner Zeit bringen zu kümien.
I. Der durch eihuSteiies i bewirkte llnilaut.
Unbetontes / wirkt umlautend auf den vorhergehenden
V'okal, einerlei ob derselbe betont ist (vergl. W. Förster in
§ I) oder unbetont (vergl. H. Schuchardt in § i).
Es sind folgende Fülle zu unterscheiden:
a) Umlaut bewirkt durch langes auslautendes lateinisches /,
welches in den ältesten Denkmälern noch mit e wechselt und
später durchweg zu e geworden ist: ßzi aus/ecz.
b) Umlaut bewirkt durch -io entstanden aus lateinischem
-idus: altspauisch tchio aus tepidtis (über fibio siehe unten).
c) Umlaut bewirkt durch lateinisches i-\-roc. in Verbin-
dungen, in denen keine Attraktion stattfindet: nervio aus
nervium, sirziemh aus acrcicruJo.
d) Umlaut bewirkt durch die Endung -iö hervorgegangen
aus *-iot = -itit im Präteritum der dritten Conjugation: sirttw.
e) Umlaut bewirkt durch ic hervorgegangen aus ''u im
Imperfectum dritter Conjugation: sircini aus *8e.rmant.
g) Umlaut bewirkt durch k aus kurzem lateinischem c:
simientß, diciemhre, ßniestra.
h) Vielleicht findet sich auch Umlaut bewirkt durch i+ Vocal
in hal})litterarischen Worten.
]Mit geringer Abweichung von dem Schema, welches W.
Froster gibt, lässt sich die Wirkung dieses Umlautes für das
S])anische folgendermassen darstellen:
— 25 —
a bleibt
offenes e wird i^escblossenes ß offenes o wird i;escblossenes o
geschlossenes e wird / geschlossenes o wird w
i bleibt ^^ bleibt.
Es findet also eine schritti^^eise Assimilation des Kiefer-
winkels statt, von der jedoch a unberührt bleibt. In unbe-
tonter Silbe sind offenes und geschlossenes e und o zusammen-
gefallen. Das Schema ist daher in folgender Weise zu modi-
ficiren:
a bleibt
e wird i o wird x
i bleibt a bleibt.
Beispiele sind folgende:
a) betonte Vokale:
d bleibt: altspanisch nadi aus nafi, tnisqui, rabia aus rabie.-<.
sabio aus sapidus (vergl. H. Schuchardt, Romanische Etymo-
logien L AVien 1898). Früher habe ich wie W. Förster ange-
nommen, a werde zu e und habe « meiste etc. als Beispiele be-
trachtet, vergl. Cornu, Romania XIII S. 285.
Offenes e wird geschlossenes c: soberhio, nercio.
Geschlossenes e wird i: vidHo aus dtreum,', xini aus reni.
i bleibt: limpio aus limpidus.
Offenes 0 wird geschlossenes 0: nocio.
Geschlossenes 0 wird u: lluvia aus pluria, pisti aus ^fosti.
u bleibt: sucio aus sucidus.
Im Portugiesischen hat secundüre Attraction stattgefunden,
doch sind die übereinstimmenden Grundzüge leicht erkenn-
bar: raiva = rabia, nerco — nerzio, cidro = vidno, lhripo = limpio,
noivo^novio, chuva=Xh.ima, SKJo^sucio.
Regelmässig ist altspanisch tebio=tepidus, während tihio von
entihiar beeinflusst sein dürfte.
b) unbetonte Vocale.
« bleibt: abriö, ahriendo, abrirn.
c wird i: sirmö, sirviendo, si7Tien.
— 26 —
/ bleibt: viciö, vivicruhy vivien.
0 wird u: diirmio, fbi.rmiendo, (furmi&n.
u bleibt: luciö, lucicndo, luden.
Die altspanischen Formen ohne Umlaut sind auf Einfluss
der Analogie zurückzuführen: wegen sercir schrieb man ser-
ticiido und sprach es vielleicht auch gelegentlicli; durch Aus-
gleichung entstanden aus serria und sh-cir die Analogie-
bildungen sircki und scrrie.
In Bezug auf Formen wie si/i famos und sinamos ist zu be-
merken, dass sie einerseits unter dem Einfluss von ßramos
u. dergl. m. stehen, wo sich das i durch Attraction erklärt.
Dann aber ist es auch mr)glich, dass zur Zeit, als das Umlauts-
gesetz wirkte, die lautgesetzliche Form *sirtiamos noch be-
stand. *)
Einer besonderen Erwägung bedarf die Frage, ob der
spanische Dijththong ?V, wenn er aus kurzem lateinischen e
oder aus 'la entstanden ist, Umlaut bewirkt. Die meisten
Gelehrten bejahen sie, so sagt Baist, Grrtbers Grundriss I
S. 700: „Unter den Umgestaltungen sind die wichtigsten der
Wandel von e zu ?, 0 zu a bei folgendem i -f- voc. : sirnientc,
cimiente, pr?sio?i, jjed't, j/idiö, pidieron, dormi, darmio^ diir-
mieron, vergl. ign.aL Siguenza, ciriiela, vimela.^''
Cornu. Romania XIII S. 297 macht die Bemerkung: „Pour-
quoi dit-on sintio, siidieron, mais zendh\_ rend/eronf^' Diese
Schwierigkeit hat mich in meinem Aufsatz über die Conjuga-
tion Gonzalo de Berceo's zu der auch in späteren Arbeiten
-•) CoDJunctive mit der Endung iu sind neben den gewöhnMchen Bildungen
nicht selten im Neuasturi sehen: zwlvia A. 247, Icmias A. 209, niHia A. 50,
golviamos Cuesta, conociais A. 192, escöndian A. 254, pödian A. .34fi, sl'pia
A. 114, slpies A. 137, qucpia A. 71, sepinmos A. 77, ebia (von habet')
Rate, rhidia A. 222, dörmia A. 267, fundiamos A. 219, derrHian A. ?,75,
Ich habe dieselben im Altaslurisehen freilich nicht bemerkt. Für thnias
sollte man erwarten tlmics (vergl. sepics) oder 'Hänis zu finden. Ferner
bi merkt man, dass diese Bildungen ihre ursprünglichen Grenzen weit über-
schritten haben und auch in die zweite Conjugation eingedrungen sind.
Schliesslich hat das / sogar den Indicativ des Präsens dritter Conjugation
ergriffen: pärtics ÜAto, /ihidicn A. 11)9 f\\x partes und /im den.
— 27 —
festgehaltenen Ansicht geführt, dass ie nur dann Umhuit be-
wirke, wenn im Lateinischen i^-e erscheine, und dass .^imienfe
und dergl. mehr vom Umlautsgesetz zu trennen und vielmehr
mit dinero, carpintero u. dergl. m. zusammenzustellen sei.
Diese Anschauungsweise führt jedoch zu Consequenzen, die
mir jetzt nicht mehr wahrscheinlich erscheinen, und ich nehme
daher heber an, dass ?V, einerlei welchen Ursprungs es sei, an
sich Umlaut bewirkt.
Der Umstand, dass die zweite Conjugation den Umlaut nicht
kennt, ist nicht unerklärlich. Sowohl im Präteritum als im
Gerundium sprechen die portugiesischen und zahlreiche asturo-
leonesische Formen dafür, dass der Themavokal der zweiten
Conjugation ursprünglich geschlossenes e gewesen ist. Dem
Präteritum und verwandten Zeitformen angehörige Beispiele
werden sich in § 5 finden, für das Gerundium citire ich:
deßendendo Esc. 6, 5. 19, connuzendo Camp. 6, 5. i, scendo
Camp. 10, sahendo Esc. 4, 4, i, qucrendo Fuero Juzgo cod.
Mure. 3, 6. 2. Im Imperfectum {*timics, *timi(\ *timitn) ist
anzunehmen, dass der Umlaut durch die vom Präteritum und
Gerundium unterstützte Analogie der ersten Person tcmui
beseitigt worden ist. * )
Wenn ie Umlaut bewirkt, so darf die "Wirkung des Gesetzes
nicht in die Zeit der gemeinschaftlichen Entwickelung des
Portugiesischen und Spanischen gesetzt werden. Es wirkt
jedoch im Portugiesischen der /-Umlaut in durchaus analoger
Weise. Freilich beeinflussen dort auch e, 0. a den \'okal der
vorhergehenden Silbe. Es könnte scheinen, als wären im
Westen zwei zeitlich verschiedene Umlautsbewegungen anzu-
nehmen; zwei zeitlich verschiedene Attractionsbewegungen
haben dort, so viel ich sehe, mit Sicherheit stattgefunden.
*) Die aus älteren Vorarbeiten entlehnte Meinung, das Astnrisch-Leo-
nesische habe im Gebrauch der Diphthonge ü und uc unconsequent ge-
schwankt, etwa wie ein plattdeutscher Bauer in der Anwendung der schrift-
deutschen Vokale, gebe ich auf. Die asturisch-leone&ische Gebrauchsweise
ist vielfach anders als die castilische, aber ist wohlbegründet und für die
historische Grammatik höchst beachtenswerth.
— 28 —
II. Unvollstainlijfer llnilaiu.
Unvollstiindi^tier Umlaut findet sich vor altpalatalen Con-
sonanten. In diesem Falle wird offenes c mid o geschlossen:
die übrigen Vokale bleiben: inayo^ ajeno — grey, scamos (*seya-
mos) — /r'//, semcjante — Mjo, tizon — poyo, J/oyuela — J'iojo,
majori — cuyo, mjuzar *)
Spanisch und Portugiesisch gehen zusammen; maio=m.ayo^
(jrci=yrey^ lci = ley, ßlho = hijo, poio=poyo, pioJJio = piojo^
cujo=cuyo.
III. Uiiilaiit verbiindni mit Attriiotioii.
Es ergiebt sich folgendes Resultat:
(I wird zu e (portugiesisch ei)
offenes e wird zu c (portugiesisch d)
geschlossenes e wird zu c (portugiesisch ei)
i bleibt (portugiesisch /)
offenes o wird zu ue (portugiesisch oi)
geschlossenes o wird zu uc (portugiesisch oi)
u wird zu ue (portugiesisch ui).
Beispiele: era (port. eira) aus area, madera (port. madeira)
aus materia, cerveza (port. cerxejja mit e für ei) aus ccn:isia,
(dtamim (port. artamija) aus artemisia, ciiero (port. coiro) aus
corium, agüero (port. agoiro) aus augarium, sabueso (port.
sahiijo mit u für ui) aus segiisiufi.
Attraction findet sich auch in nicht betonter Silbe: perol
aus pariolum, mruela aus Variola, ciruela aus ccreola, muramos
aus *moriamus (vergl. moiramos Alex. 473).
IV. Entwickeluiiii der Vokale vor eh aus et und j (uc) aus x.
Es ergiebt sich folgendes Resultat:
a wird zu e (portugiesisch ei)
offenes e wird zu e (portugiesiscli ei)
) Für das analogistische -rirjo steht das laiitgesetzlicho rvvf'in einer ara-
gonisch gefärbten (nicht rein aragonischen) Urkunde Mem. liist. I 105.
— 29 —
geschlossenes e wird zu e (portugiesisch ei.)
i bleibt (portugiesisch /;
offenes o wird zu o (portugiesisch oi)
geschlossenes o wird zu u (portugiesisch ui)
u bleibt (portugiesisch u).
Beispiele: hecho (port. feito) ?iMS factum, lecho (port. leito)
aus lectus, estrecho (port. c^treito) aus strictus, hito (port.^/o)
3ius ßctus, ocho (port. oito) aus octo, muc/io (port. muito) aus
?7iultum, enjato (port. enxafo) aus cxsiictas.
In unbetonter Silbe zeigen sich dieselben Resultate: Icckwja
aus lactuca, ejido, lej'ia aus *lixiva, dijeron aus dixerunt,
ochubre (altspanisch), cuchillo aus cultellus, adujeron aus
additxerunt.
Anmerkungsweise erwähne ich, dass lang u-\-c + t gewöhn-
lich nicht lieh sondern ut ergieht: fruto, luto, enjato, destruto.
Dagegen haben wohl ducha, trucha, lucha kurzes a im Latei-
nischen.
V. Andere Coiiibinatioiieii.
Mehrere Verbindungen anderer Art. besonders die Vokale
vor /7, und vor n, aus /7. gehorchen anderen Gesetzen. Sie
kommen für vorliegenden Zweck nicht in Frage. Ueberdies
ist zu bemerken, dass sich vielfache dialektische Abweichungen
zeigen.
§ 4. Ueber den Wurzelvokal der behandelten
Präterita. ')
Deutlich scheiden sich im Altspanischen die Präterita, deren
Wurzelvokal 0 ist, und die, deren Wurzelvokal u ist. Zu der
ersten Klasse gehr)ren: ove (Juibui), yo(jue (iacui), ploijnc
(placui), sope (sapui), cope (*eapui), und wohl auch das
*) Ueber die dialektische Verbreitung der einzelnen Formen zu
sprechen unterlasse ich, da dieses sich unmittelbar aus Betrachtung
des in § 2 vorgefi'ihrten Materials ergiebt.
mittelspanische troxe {*traxm). Dazu treten die Analogie-
bildungen soce, tom, crom (von crcer), crom (von creccr)
trove, estovß, aiidove nach ove und trogue nach yogiie oder /jlogue;
und es schliessen sich an csiot/e und andode (Combinationen
von cstidc, cato'cc, andidc, andoce).
Zu der zweiten Klasse gehören /.»Mc/c; (potm), juisc {posui),
connum i*co(jnoviii). Es schliessen sich an die Analogie-
bildungen est ade, and ad c und rctipaae.
Eine besondere Kategorie bilden die asturischen Formen
tcci, scvi, crcci, cstevi (darnach wohl estedi), zu welchen im
Neuasturischen noch /icl>i. und andchi hinzukommen.
Die beiden Arten sind z. B. ganz reinlich gesondert im Cid,
im cod. Malp. 2 des Fuero Juzgo, in der Uebersetzung der
Gotengeschichte, in dem von Menendez Pidal veröffentlichten
Auszug aus der Chronik Alfonso des X., in dem Libro de la
caza von Juan Manuel, fast ganz reinlich in den Flores de las
leyes von Juan Ruiz.
Die Präterita mit dem Wurzelvokal 0 sind überhaupt, ab-
gesehen von der Chronik von Morea. weiche schon die neu-
spanische Entwickelung zeigt, und südleonesischen Denk-
niiilern, fast iiberall intakt oder nahezu intakt erhalten. Die
Ausnahmen werden meistens auf Rechnung der Abschreiber
und Herausgeber zu setzen sein.
Weniger regelmässig sind die Präterita mit dem Wurzel-
vokal u. Zunächst ist hier zu erwähnen, dass Navarra im
Präteritum von poder 0 für n, hat. Diese Eigentümlichkeit
führt in Grenzgebieten (Aragon und Ostkastilien ) zu Ver-
mischung von Formen mit 0 und n. und ergreift zugleich das
verwandte Präteritum pusc. Da Gonzalo de Berceo fodiö
aufweist, so ist das 0 der nordr)Stlichen Formen wohl dadurch
zu erklären, dass in dieser Gegend ein schwaches Präteritum
von yoder gebildet wurde. Es bleibt also für das starke t*rä-
teritum jmde der Wurzelvokal u als alleinberechtigt auf dem
gesammten castilischen und navarro-aragonischen Gebiet.
Anders steht es im Westen (Asturien und Leon). Hier
schwanken die starken Präterita von itodcr und poner, wie es
scheint, von Haus aus zwischen u und o, und dieses Schwanken
wird durch das Portugiesische als wohlbegründet erwiesen.
Von weniger Bedeutung ist die Unsicherheit, die in der
Abgrenzung durch die Concurrenz von estocc, amlove, e.Htode,
andode, welche unter dem Einfluss von oce stehen, und estude^
andude, die sich nach pade richten, entsteht. Durch Conibi-
nation bilden sich estuve. andtice^ und andere Verba, so auch
ove und tocc. werden beeintlusst.
Das 0 der Präterita vom Ty])us occ wird allgemein durch
Attraction erklärt: hab/ä — *auci — *oum — o):i. Die Form
ovo ist wohl Combination von*ove(=kabiiit)mid*aco( = *//abut,
vergl. rieno).
Zu erwägen ist die Frage, ob das o der Präterita vom Typus
ove durch e-Umlaut zu u wird. "W. Förster vermutet (nach
S. 507 seines Aufsatzes), dass hohi zu habt umgelautet sei und
dass dann das u durch Analogie in alle Formen gedrungen sei.
Baist glaubt sopicroit sei in Folge des Einflusses des Diphthongs
ie zu supicron geworden. Beide Ansichten haben viel Wahr-
scheinlichkeit für sich; eine Betrachtung der spanischen Um-
lautgesetze führt fast mit Notwendigkeit auf sie. Dennoch
werden sie durch das von mir gesammelte Material nicht be-
stätigt. Wenn die Conjugation des Präteritums einst tuvi,
toviste, tow, tuciemos, taciestes^ tmieron gevresen ist, so hat die
Analogie diese Flexionsweise wieder beseitigt: die neuspani-
schen Formen mit u gehen augenscheinlich von pade und
puse aus.
Möglich wäre auch, dass das aus (tu entstandene 0 dem Um-
laut überhaupt nicht unterliegt. Dafür lassen sich ausser ove,
oviemos auch die portugiesischen Formen coube. so'/be, houce,
proum, jouve anführen, welche ou und nicht u aufweisen.
Auch portugiesisches nojo Rusjiausea (Cornu, Grobers Grund-
riss I S. 728) und spanisches froxe (nicht truxe im Altspani-
schen) könnten dafür sprechen.
In Bezug auf den Wurzelvokol der Präterita pm/ß und puse
sind drei Ansichten erwähnenswert. W. Förster lässt das
durch Attraction entstandene on zu o werden und dann * podi
7A\ i>H(li umlauten; von hieraus soll sich das a weiterverbreitet
haben. Auch Baist lässt ou zu o werden und nimmt an.
podicron sei wegen des ie der Endung zu 'padicroii umgelautet
worden. Meyer-Lübke lässt oa. (aus lateinischem o-\-u) zu a
werden.
Es ist nicht unmöglich, dass IMeyer-Lübke Recht hat. Es
liessen sich vielleicht lujar aus olwiarc (Zwischenstufe *o>iijar)
und uv'to aus *ohoio (Zwischeustufe *oiic\o) dafür anführen,
auch (ludar und vielleicht roitnH.sco könnten herangezogen
werden. Dann wäre ou aus 0 + » im Castilischen zu u, im
Portugiesischen und Asturo-Leonesischen zu 0 geworden.
Wahrscheinlicher aber ist. besonders im Hinblick auf das
Portugiesische, wo Förster's Gesetz zutrifft, dass die ursprüng-
liche Conjugationsweise folgende war: p'idi, podiste, jwdo,
padicmos^ pudiestes, piidieron. Die scharfe Scheidung deL.
Präterita vom Typus piide und derer vom Typus ove wäre
dann das Werk der i\.nalogie. Uebrigens muss auf jeden Fair"
das aus 0 + it entstandene 0 sich dem Umlaütsgesetz gegenüber
anders verhalten haben als das aus a + u entstandene 0, da
sonst die Scheidung der beiden Typen vollständig unbegreif-
lich wäre.
§ 5. Ueber die Endung-en des altspanisch.en
Präteritums.
Es erscheint mir notwendig ausser den /^^-Präteritis auch die
übrigen Conjugationsarten vergleichend heranzuziehen. Ich
gebe zunächst das Material. *)
■ ) Sollte das Verständnis der Citate Schwierigkeit bereiten, so bitte
ich § 2 zu Rate zu ziehen. Noch leichter wird man die Erk'ärung der
meisten Abkürzungen in meinem Aufsatz iiher das Possessivpronomen
finden können. — A. ohne Zusatz ist unter den ncuasturischen Denk-
mälern zu suchen; ich brauche A. auch i'ür aragonische Denkmäler,
sage aber dann /[raison (A.)
— 33 —
PRÄT. SING. 1.
1. Conjugation.
Im Castilischen, Navarrischen und Aragonisclien ist die
Endung ausschliesslich -J: (janc Cid 190, ensayc Uebersetzung
des Rodrigo Einleitung, rogue Brutails 18. Das Leonesische
schwankt zwischen -J und -ey\ f/e.rö Alexander 1530, ya/^cy
Alexander 1543; ein altasturisches Beispiel kenne ich nicht,
im Xeuasturischen finde ich -J: escapc A. 5, für das West-
asturische giebt Muntlie, S. 46, -cy. faley. Zum Vergleich
kann man das Futurum heranziehen. Castilien, Navarra
und Aragon haben durchweg -t', Asturien und Leon schwanken
zwischen -e und cy. dare F. A. 19, F. O. 12, darlolei F. A. 19,
sere Alexander 629, serey Alexander 2466.
2. Conjugation.
Die Endung ist i: venci Cid 1749, Ici Ildefonso 330 b,
resjjondi Cronica de Morea 13, conosci Alexander 1014, oj'cndi
Neuasturisch (A. 16).
3. Conjugation.
Die Endung ist l: 6'aZ/Cid 2371, scrvi Ildefonso 327 a, escrivi
Brutails 18, pedi Alex. 916, menti F. A. 40.
Die u- Prätcrita.
Beispiele finden sich in § 2. Die gewöhnliche Endung ist -e.
In einigen Denkmälern findet sich noch -i. Dieses -e oder -i
fällt ab oder wird erhalten je nach dem vorhergehenden Con-
sonanten, doch greift die Analogie und proclitischer Gebrauch
störend ein: ove^ sove, tove, sope sind regelmässig, Ausnahmen
sind 0/, ö^ im Cid; dagegen sind jywc/ und ;><^s lautgesetzlich,
aber pude, puse in Folge von Formübertragung häufig.
Die starkeyi Präterita.
Dieselben verhalten sich ebenso, doch sind hier meistens
die apocopirten Formen {vin.fiz) lautgesetzlich. Formen mit
(3)
— 34 —
auslautendem -i sind häufig bei Gonzalo de Berceo und in
asturischen Denkmälern: yz"^/ Y)\-\,ßxi .\. gg, fixe \. ii. Um
ein Beispiel zu geben, ziehe ich aus meinen Xotizen die erste
Person des Singulars des Präteritums von decir aus: dix Cid
2370, dixi Gonzalo Loores de X. S. 176, dissi Mil. 542, dixe
S. Dom. 239, dixe Alex. 413, dixi Alex. 742, dix Fuero Juzgo
12, 3, 15, dig Alfonso X, Mem. I 115, dixe Alfonso X (Menen-
dez P. 229, Variante: dix), dis F. A. 40, dixe F. O. I5, dixi
A. 93,'-r//a:e A, 173. — Von veer und dar lautet die Form vi
Mem. hist. I 5 und dt Cid 2908; nur Gonzalo hat neben vi
Mil. 447 auch i-i(/i Duelo 18 und cid S. Mill. 484. — Das Ver-
bum substantivum hdt/ii Cid 1934 und/ui Gonzalo Mil. 759,
Apollonius 225; letztere Form ist zweisilbig, die neuspanische
Form fu'i ist Analogiebildung n^ch /uiste, fuc etc. Das Leo-
nesische hat/ui M. F. III, das Asturische/ö// Dl,//« A. 92, 178,
Rato hat foi und/ui, Munthe fai. — Fue Cid 1062 ist ein Ver-
sehen.
PRAT. SING. 2.
1. Conjiigation.
Die ge\vi")hnliche Endung ist im Altspanischen -este, daneben
erscheint die apocopirte Form -est, und es finden sich Spuren
des alten -esti: dexeste Cid 347, sahe.-it Cid 339, cerresti Gon-
zalo Mil. 119, caseste S. Dom. 301, levest S. Mill. 268, echeste
Apoll. 205, crieste Gotengeschichte 27, otorguest F. 2 (ara-
gonisch). Ein altasturisches Beispiel kenne ich nicht, das
Neuasturische zeigt: Uecasti A. 2^1, Cuesta hat llagasti und
suanaste, daneben findet sich auch tardisti A . 166, Munthe
fnhTt/aleisti und /alesti an. Das Leonesische scheint zwischen
-aste und -este zu schwanken: mostt^aste Alex. 47, crieste Alex.
36. Ebenso verhält sich die durch das Leonesische beeinflusste
Astronomie Alfonso des X: guardeste 2, 58. 20, guardaste 2, 35,
II. Bei Gonzalo stehen passasti S. Dom. 768 und coynprast
Hymn. 3, 5 ganz vereinzelt und sind zu corrigiren; dasselbe
gilt von compraste Apoll. 424. Im Gedicht von San Ildefonso
steht die spätere Form gaiiaste 328 a.
Die übrigen Conjugationen.
Die regelmjlssige Endung fiir die zweite und dritte Conjuga-
tion, fiir die a-Präterita und die starken Präterita ist im Alt-
spanischen -iste, daneben erscheint die apocopirte Form -ist,
und es finden sich Spuren des alten -isti: metiste Cid 33^4. ^cl-
^25^6' Cid 3364, 0175^6' Cid 3324, fczist CA6. 2)2,'i, vist Cid 3318,
ofreciste Gonzalo S. Dom. 154, salisti S. Dom. 764, tovist
Mil. 230, fecisti Mil. 801, prendiste Apoll. 226, moriste Apoll.
531, oviste Apoll. 84, veniste Apoll. 588, diste Apoll. 531. Da-
neben kommt -ieste, -iest auf durch Analogie der zweiten
Person des Plurals. Ganz vereinzelt erscheint sie im Texte der
geistlichen Gedichte von Gonzalo. feciesti Mil. 902, und im
Apollonius, devycste 472, und dürfte an beiden Stellen zu
corrigieren sein. *) Dagegen schwanken die toledauischen
Denkmäler zwischen -iste und -ieste, obwohl -iste überwiegt;
dies Schwanken ist nur eine Folge des Einflusses des Plurals,
und findet in allen Conjugationen statt: prometiste Goten-
geschichte 47, perdiste Gotengeschichte 66, pudiste Goten-
geschichte 47, ovieste Gotengeschichte 66, pusiste Gotenge-
schichte 95, dexiste Gotengeschichte 47, ogste Ildef. 329 a,
posiste Ildef. 325 b, quisiste Ildef. 326 a, troxiste Cronica jene-
ral bei Menendez P. Seite 233 (der Herausgeber ändert in
irriger Weise), feziste Astronomie i, 176, 18, ßzieste Astro-
nomie 2, 125, 24, pussiste Astronomie i, 193, 4, pussieste
Astronomie i, 179, 3. Aehnlich liegen die Verhältnisse in den
westlichen Dialekten. Altasturische Beispiele kenne ich nicht,
im Neuasturischen erscheint gewöhnlich -iste oder -isti: encen-
disti Cuesta, 'venciste Cuesta, acudisti A. 205, toviste Rato,
fixiste A. 30, visti A. 16, diste A. 16; daneben kommt aber
auch -ieste vor: tovieste ^?ito, vieste A. loi; Munthe gibt an,
er habe neben dixisti bisweilen dixiesti und dergleichen mehr
*) Gassner, Altsp. Verbum S. 1G2, citirt tolhstc (e wegen II ) Fern. Gonz.
112. Ich benutze dieses Gedicht nicht wegen der schlechten Ueberlieferung.
- 36 -
gehört, und citirt diprhidieste neben ßxiste aus Florez. Das
Leonesische schwankt zwischen ->ste und -ieste\ metieste Alex.
1487, holvistc Alex. 1508, 7/ioristr Alex. 1623, oi'ieste Alex. 1487,
Ofiste Alex. 1620, feziste Alex. 1618, /ezieste Alex. 442, riste
Alex. 2368, (/iste. Alex. 454, dieste Alex. 1487. Eine geringe
Verschiedenheit dürfte nur darin liegen, dass in diesen Dia-
lekten die zweite Person des Plurals nicht durchweg auf -iestes
endigt, und es scheint daher, dass auch im Singular -teste
etwas häufiger dort erscheint, wo im Plural derselbe Diphthong
berechtigt ist; man wird also im Leonesischen gewöhnlich
oi'ieste aber moriate gesprochen haben. — Eine besondere Be-
handlung verlangt die zweite Person des Präteritums /^^/.•/(!^s^;ß
Cid 3318, fast Cid 358, fuisti Gonzalo S. Dom. 765, faste S.
Dom. 2^0^ fuist S. Dom. j^8,fust S.Dom. 309, * ) fuste A])oll.
554, fiäste Ildefonso 327 b, fueste Ildefonso 327 b, fuste
Alex. 1621, faeste Alex. 546, fuistc A. 244, faste A. 19, fosti
Cuesta, flu st i Rato. foste Rato, foiste Rato; Munthe giebt
fiusti und /(!^6•^!/.
PRAT. SING. 3.
1. Conjugation.
Die Endung ist -6: sosjj/ro Cid 6. cacalgo Cronica de Mor.
62, tomo L. 45, otorgo F. A. 4, entro Camp, i, dexa Cuesta.
Nur einmal erscheint im Fuero de Aviles -ou: pobloa F. A. 4;
auch Munthe giehifalou. **)
2. Conjygation.
Im Castilischen. Toledanischen, Xavarro-aragonischen und
Leonesischen ist die Endung -16: respondio Cid 3042, vencio
*) Fustes S. Dom. 240 wird ein Schreibfehler sein.
**) In den von Pr'cbsch publicirten Glossen findet sich duplicaol 80 und
belait 266. Es dürfte keine der beiden Schreibweisen eine wirklich ge-
sprochene Form repräsentiren.
— 37 —
Fuero Juzgo 12, 3, 15, conoscio Brutails 37, cadwt Glossen 234,
tolliot Glossen 38, perdio L. 19, Ba. 2. 3. 3. Dagegen ist für
das Altasturische die Endung -co durch zahlreiche Beispiele
belegt, aus denen ich nur wenige auswähle: lendeo F. A. ico,
F. O. 41, rortvpco Camp. 7. 5, 2, trwteo Di. corrompeo Esc. 7,
5, 2, naceo Camp. 4, 2, 20. Vereinzelt findet sich Uebergang
in die dritte Conjugation: cencyo Bex. 2, 2, 4, Im Xeuasturi-
schen ist das castilische -iö eingedrungen und zahlreich zu be-
legen: morrio A. 46, dieselbe Form hat Cuesta. perdio A. 26,
parecio A. 14. Nur in einem Gedicht der mit A. bezeichneten
Sammlung erscheint -cgo entstanden aus -co: nacego A. 36,
rompego A. 37. Munthe giebt als gewöhnliche Form rump'iu,
doch hörte er auch murren und daneben auch -ion, ii( und iö',
überdies constatirt er Schwanken zwischen liih'ia. cum'iu. mif'ni
und bebeu. cumeii, raeteii in den westasturischen Dichtungen
von Jose M. Florez.
3. Conjugation.
Im Castilischen. Toledanischen. Xavarro-aragonischen und
wohl auch durchweg im Leonesischen ist die Endune -iö:
partio Cid 51, murio Gotengeschichte 3, morio Brutails 1 1 1, bixio
Crönica de Morea 66. recelio Ba. 2, 2, 8, morio M. F. I. Für
das Altasturische ist in Uebereinstimmung mit dem Portu-
giesischen und modernen Dialekten -10 anzusetzen: escrevio
Dg, pedio Di. Camp. i. Im Xeuasturischen erscheint ge-
wöhnlich durch Einfluss der Schriftsprache -iö- sinfiö A. 13
pidiö A. 105, durmiö Cuesta. *; Xur in einem Gedicht der
Sammlung A. finden sich scntigo A. 39 und saligo A. 40, jedes
Mal gesichert durch den Reim. Auch Munthe giebt parthi,
hörte aber auch die castilische Form; aus Florez citirt er
sal'iu und sirvlu. — Xach praepalatalen Consonanten kann -iö
zu -ö werden: ixö Gonzalo S. Dom. 326, cinnö S. Dom. 661.
Die u-Präterita.
Die Endung ist -0, vergl. § 2.
*) Alle diese Formen sind castiliach, ashirisch wäre '^senlio, "^pedio,
'^dormio.
-38-
T)ie starken Friiterita.
Ueberall ist -o durch Entlehnung aus den ^^-Präteritis ein-
gedrungen: dixo, fizo und fezo u. s. \v. Diese Formen sind
auch asturisch: ffzo Di, Camp. (). disso Di, dixo Camp. 6, mifio
F. A. 84, ßxo A. 7, dixo A. 5. *) — Wegen der im Sinne eines
Präteritums gebrauchten Form diz vergleiche meine Miscddnea
de versißcacion castellana I § 4, 9. — Von veer wird vio und
vido gebildet: vio Cid 3, Gonzalo (Mil. 85), Apoll. 43. Goten-
geschichte 9, Ildef. 324 a, Crcmica jeneral (Menendez 209),
Cronica de Morea 316, Alex. 1259, Camp. 2, 2, 10, cigo A. 40
(gewöhnlich wird im Neuasturischen cio gebraucht: A. 4); cido
Gonzalo (Sacr. 253), Apoll. 234, Gotengeschichte 27, Ildef. 325a,
Cronica de Morea 476. Die erste Spur von vio habe ich in
dem Leben der Maria von Egypten (Janer S. 308) gefunden. —
Von dar wird dio gebildet: Cid 2801, 3172, 3189, 3192 im Reim,
Gonzalo S. Dom. 26, iVpoll. 29, Aragon (B. 3); altasturisch ist
deo F. A. 8, deu F. A. 4, dio E. O. 16, Di, Camp. 3; neu-
asturisch ist dio A. 26, Cuesta.**) — Von /m/ lautet die dritte
Person in Castilien, Xavarra und Kr?Lgonfuc: Cid 2814, Gon-
zalo S.Dom. 5, Apoll. 2, Silos 113, Gotengeschichte Einleitung,
Mem. bist. I 63, Brutails 37, Aragon (A. 3), Cronica de Mo-
rea i; doch findet sich auch yb Gonzalo S. Dom. 98, Mil.
493, Silos 113, fori (sie) Morea 685. — Im Alt- und Neuasturi-
schen ist fo am. häufigsten: Dd. Dk, Camp. 2, A. 6, Cuesta,
Rato; daneben findet sich/6>/: E. R. i, A. 7, Cuesta, Rato, und
ferner /öc; F. A. 75, Dl. Cuesta; bisweilen trifft man auch die
castilische P'^orm J'ue Bex 1,1,1, A. 144; Munthe giebt foi.
') Durch -0 ist älteres -c verdrängt worden. Diese Bewegung hat dann
im Altasturischen weiter gegriffen und das Fuero de Aviles hat auch logro
13, saco 40, r/o 4.3. 5.3 im logre, saque, de (dritte Person des Conjunctivs
Präsens), pendraro 45 für pcndrarc (Hypothetisches Futurum), peindrasso
45 für pcindrasse (Conjunctiv des Präteritums^, foro 83 iürfore (Hypothe-
tisches Futurum).
''") Dien und tcnnicu^ De los diez mandamientos, Uomania XVI, werden
nicht als Altertümlichkeiten, sondern als orthographische Sonderbarkeiten
zu betrachten sein.
— 39 —
Im Leonesischen herrscht fu L. 19. Coy. 8, Ba. 2, 3, 6, Ale^.
858; es findet sich auch /'w L. 15 11. ü.; daneben trifft man/ö
Alex. 1728, foy Mure. 10, i, 13, foe M. F. I (vielleicht durch
asturischen Einfluss).
PRÄT. PLUR. 1 UND 2.
1. Conjugation.
Die Endungen sind gewöhnlich -amos und -astes: matamos
Cid 2522, fablastes Cid 677, mamhu/ws Fuero Juzgo 12, 3, 13,
ganastes Gotengeschichte 47, Aragon (A. 2), tomamos Aragon
(A. 3), tornastes Brutails 4, ayuntamos L., faUastes AI. Brief
pasamos A. 12 (neuasturisch), enviastes E.S. II (altasturisch),
robastes A.. 55 (neuasturisch); Munthe giebt an bisweilen -estis,
gewöhnlich -astis gehört zu haben; bisweilen finden sich -emos
und -estes, Analogiebildungen nach -este, in leonesischen
Quellen, vergl. meine Arbeit über die leonesische Conjuga-
tion. *)
Die übrigen Conjugationen.
In Castilien, Xavarra und Aragon sind die Endungen -iemos
und -iestes. Dieselben Formen sind als die ursprünglichen für
Xeucastilien vorauszusetzen. Es ist daher unzulässig, bei ver-
gleichender Behandlung der spanischen Formenlehre neu-
spanisches oimos^ oisteis direkt mit audivimus, audivistis zu
vergleichen. Beispiele sind folgende: venciemos Cid '^'^i, jm^-
diestes Cid 2867, partiemoß Cid iii6,ßriestes Cid '^26^,pudic-
mos Cid II 17, viniestes Cid 1649, ßziemos Cid 3299, dixiestes
Cid 3462, metiemos Gonzalo S. Dom. 495, prometiestes S. Dom.
497, oyemos Sacr. 234, oiestes Mil. 839, pudiemos S. Dom. 495,
estoviestes S. Oria igy, ßciestes S. hp.uT. 105 **), escogiestes
Apoll. 238, partiemos Apoll. 128, oncmos Apoll. 547, oviestes
*) Librcstes Fernan Gonzalez 110 ist Schreibfehler für lihreste. — Cornu,
Romania IX S. 94 citirt mandenios (Prt.) aus einem Dokument von Avila.
*') Fecistes Duelo 58 steht ganz vereinzelt und ist zu corrigiereu.
— 40 —
Apoll. 9, ßziestes Apoll. 177, recihiemo^ Silos 275, recihiestes
Silos 278, pusiemos Silos 229, ßziemos Silos 112, ßziestes Silos
275, j'ecihiestes Brutails 12, jmsiemos Briitails 22, oviestes Bru-
tails 4, ßziemos Brutails 17, ßziestes Brutails 194, metiemos
Aragon (A. 4), 2)artiemos Aragon (C. i), sopiemos Aragon
(G. i), ]>risiemos Aragon (A. '^), ßziemos (A. 8), ßziestes Ara-
gon (A, 8), fiziemos Crcmica de Morea 493. — In den tole-
danischen Sprachdenkmälern sind neben den regelmässigen
Endungen -iemos und -iestes die Neubildungen -imos und -istes
im Vordringen begriifen. Dieselben finden sich in allen Con-
jugationen und sind augenscheinlich auf den Einfluss der zwei-
ten Person des Singulars zurückzuführen; doch mag bei ihrer
Ausbreitung leonesischer Einfluss mitgewirkt haben. Bei-
spiele sind folgende: defendimos Fuero Juzgo 12, 3, 6, estahle-
eimos Fuero Juzgo 12, 3, 11, vendiestes Fuero Juzgo 12, 3, 10,
costrenniemos Fuero Juzgo 12, 3, 18, croviemos Fuero Juzgo 12,
3, 4,_y('"(;7V'»w.s Fuero Juzgo 12, 3, 16, aduxiemos Fuero Juzgo 12,
3,18, rencistes Gotengeschichte 2^], rc(7'Z'2??zö.s Gotengeschichte
52, pudieinos Gotengeschichte 74, viniemos Gotengeschichte 74,
viniestes Gotengeschichte 74, quisiestes Gotengeschichte 74,
dixiemos Gotengeschiclite 9 u. ö., diximos Gotengeschichte
61 u. ö., deximos Gotengeschichte 80, /(^';r?s;^es Gotengeschichte
2^, -prometiestes Ildefonso 327 a, oyestes Ildefonso 327 b, oistes
Ildefonso 329 b, compusiestes Ildefonso 328 a, viniestes VAq-
fonso 329 a, venistes Ildefonso 323 a, ßzistes Ildefonso 327 a,
pusiestes Jacobo Ruiz i, 13, i, ßeziemos Jacobo Ruiz 3, i, 6,
naciewos Mem. bist. I 4 *), nascimos Mem. bist. II 22%^ enten-
diestes Mem. bist. I 8^, tollistes Mem. bist. I 140, escrihiemos
Mem. bist. I 56, soßrimos Mem. bist. II 22Z, recehistes Mem.
bist: I 140, toviemos Mem. bist. I 56, tovim,os Mem. bist. II
229, ödestes Mem. bist. I 115, pusistes Mem. bist. I 140,
pzicmos Mem. bist. I 91, fezimos Mem. bist. II 229, ßziestes
Mem. bist. I 87, in dem Auszug aus der spanischen Chronik
Alfonso des X, den Menendez P. giebt, schreibt der Heraus-
'■') Die meisten Urkunden Alfonso des X, welche in dem Mem. bist,
enthalten sind, haben ■ic}?ios und -/es/es; mir in I 140 und II 228. 229 wer-
den -/))/os und -is/es gebraucht.
— 41 —
geber durchweg -iemos und -i est es, doch ist der Thatbestand
sehr zweifelhaft: ociemos (Variante ochrioa) 22^. jmdicstes
{\ diTiünten pudiestes wnd^ podistes) 22^, dixiemos, diximos und
deximos wechsehi an mehreren Stellen z. B. 220, 221, 238,
fezistes (so scheinen alle massgebenden Handschriften zu
haben) 231 (vergl. 238), prometimos Astronomie i, 16, 9, mo-
vimos Astronomie 2, 174, 31, ovietnos Astronomie 2, 175, 11,
possiemos Astronomie 2, 62, 8, ßziemos Astronomie i, 87, 20,
dixiemos Astronomie 2, 175, 10, deximos Astronomie i, '^j, 2.
— Anders liegen die Dinge in Asturien und Leon. In der
zweiten Conjugation hat das Altasturische -iemos und -i est es:
perdiemos Di, entendiemos Camp. 2, metiestes Di. Das Leo-
nesische schwankt zwischen diesen Endungen und -imos, ist es:
ohedeeiemos Alex. *) 1282, estahlecimos L., ve?ici st es Alex. 2122.
Munthe giebt rimpiemos und rumpiestes. In der dritten Con-
jugation hat das Altasturische -imos und ohne Zweifel auch
-istes: recebimos Dg, 01/mos Dg. eompUnm Camp. 3. Das
Leonesische hat vorherrschend dieselben Endungen, lässt aber
vielleicht auch die castilischen zu: serzistes >A&x. 2122. Das
Neuasturische hat merkwürdiger Weise die altcastilischen
Formen angenommen und bewahrt: partiemos Rato, oyestes
A. 22, viviestes A. 195, partiestcis Rato, oyesteis Cuesta,
saliemus Munthe: doch kommt auch sentimos (altasturisch
oder neuspanisch) bei Cuesta vor. In den M-Präteritis hat das
Altasturische -iemos und jedenfalls auch -iestes: oviemos E. S.
II, posieTTWS Mem., Esc. 6, 5. 16. Ebenso scheint es im Leo-
nesischen zu stehen: posiemos Ba. 6, 5, 16, odemos V. II.
ödestes Alex. 34, der Alex, hat mehrfach diese Endungen und
niemals -imos oder -istes. Das Neuasturische hat dieselben
Formen: toviemos Rato, toviestes Rato, aber auch todstes Rato.
In den starken Präteritis hat das Altasturische -uwws und -iestes:
feciemos Camp, i, feziestes Di, dixiemos Camp. 14. Dieselben
Formen sind vorherrschend im Leonesischen: feciemos Coy..
dexiemos Ba. 6,4, 3, dixiemos^di. 9, i, 6; doch finden sich Aus-
*) Aus solchen Stellen des Alex, lassen sich nur Wahrscbeinlichkeits-
schlüsse ziehen. Diese Bemerkung gilt liir viele ähnliche Fälle.
— 42 —
nahmen:/czimos M. F. III, fecistes E. S. Bei Rato finde ich Jixi-
??ws und ßxisteis. — Einer besonderen Erwähnung bedürfen die
Präterita der Verben dar und veer. In allen Dialekten geht
ersteres mit der zweiten, letzteres mit der dritten Conjugation:
diemos Cid 2565, Silos 121, diestcs Cid 2570, viestes Cid 374,
dii'stes Gonzalo S. Dom. 280, Silos 113, viesfcs Apoll. 295,
viemos Silos 126, diemos Fuero Juzgo 12, 3, 13, distes Ilde-
fonso 327 a, dicstes Jacobo Ruiz 3, 2, 7, diemos Mem. hist. I 56,
dimos Mem. hist. II 22^, diestcs Mem. hist. I 46, distes Mem.
liist. I 140, viemos Mem. hist. I 96, vimos Astronomie 3, 26^,
12, dic/nos Aragon (A. 5), viemos Aragon (A. 4), diemos Ba. 2,
I, 5, diestes Alex. 170, vistes Alex. 44, diemos Df, Camp, i,
demos E. R. 13, diestcs Di, Mem., r/imos E. S. II, Camp. 4,
dicstes A. 29, viestes K. 79, viesteis Cuesta, im Nordosten finden
sich Nebenformen für viemos und viestes: vidicstcs Gonzalo
Sign. 28, vidiemos Ar ?igon {C. 1 ). — Zum Schluss müssen die
Formen des Präteritums fui behandelt werden. Casti lisch,
navarrisch und aragonisch sind die Formen fuemos Gonzalo
Loores 47, Apoll. 129, Aragon (G. i) und fuestes Cid 71,
Gonzalo Sign. 34. Apoll. 359, toledanisch scheinen fuemos
Ild. 328 b, Mem. hist. I 182 u. ö., fuestes Gotengeschichte 74
neben fustes Gotengeschichte 2y zu sein. Leon hat fumos
Alex. 1492 und fustes Alex. 2459, doch dürften ?inch fuemos
Alex. 1286 und fuestes Alex. 1695 nicht unleonesisch sein.
Altasturische Beispiele fehlen, es ^m(\fom,os und fostcs wahr-
scheinlich, neuasturisch ün(Xet sich, fuemos A. loi und fuestes
A. 182, Rato giebt fuimos und f osteis, im W(')rterbuch auch
fomos \m6.fostes, Isixmihc fo mos wwdfostis.
PRÄT. PLUR. 3
1. Conjugation.
Die Endung ist überall -aron: vedaron (Jid 90, otreyaron
Brutails 5, ganaron Bc. 4, 2, 17 *).
*) Guioron Alex. 2006 ist wohl ein Versehen Jancr's, der ouioro?i nach
der Handschrift corrigiertc.
— 43 —
Die übrigen Conjugatioiien.
In Castilien, Navarra und Aragon ist die Endung -ieron:
tendieron Cid 182, yxieron Cid 191, tovieron Cid 664, ßzieron
Cid 699, dieronQ>\A 1050 *), tieron Cid 468, prometieron Mem.
hist. I 24, pidieron Mem. bist. I 23, sopieron Mem. hist. I 23,
fizieron Mem. hist. I 59, dieroji Mem. hist. I 140, vieron Ilde-
fonso 329 a, vendieron Brutails 152, oyeron Brutails 22, vinieron
Brutails 37, r/2cro?2 Brutails 5, vieron Brutails 22, resjwndieron
Morea 24, rindieron Morea 36, xinieron Morea 15, dixieron
Morea 23, dieron Morea 554, ridieron Morea 481 **). — In
Asturien ist die Endung verschieden nach den Conjugationen.
In der zweiten Conjugation braucht das Altasturische -ieront
und -ieron: prometieront Camp. 9, vendieronC2im\). 7, 3, 6. Ver-
einzelt erscheint auch das alte -eront und -eron: venderont Df,
perderon Esc. 9; ausnahmsweise acreciron Camp. 4, 2, 17. Neu-
asturisch ist -ieron: vertieren A. 42; und bei Gonzalez Reguera
ist -ienon gewöhnlich: metierion A. 17 ***).— Die Endung der
dritten Conjugation ist altasturisch -iront oder -iron: fuiron
F. O. 33, consentiron Bex. 6, 5, 17, o?/röw Camp. 2,4,5; un-
regelmässig ist partier on Esc. 8, 5, 2. Neuasturisch sind die
Endungen mit der zweiten Conjugation übereinstimmend:
particron Rato, sofrieron Cuesta, acudieron A. 164, salicnon
A. 14, suhienon A. 15.— Bei den altasturischen u-Fräteritis ist
die Endung -ieron und ausnahmsweise -eron: tevi eron Cmw^. 5,
I, 5, teveron Camp. 15, estevieron Camp. 3, 2, 3. Das Neu-
asturische hat dieselben Endungen, die vorher erwähnt sind:
tovieron Rato, hobieron A. 225, punxeron (e wegen des präpa-
latalen Consonanten) A. 238, pusienon A. 33. — Die 5tor/;c%
Präterita haben im Altasturischen -ieront und -ieron: fezieront
Df, dixeron (e wegen des präpalatalen Consonanten) Camp. 9,
dixieron Dl. Ausnahmsweise finden ?,\d\feceron Camp. 5, i, 5.
*) Ganz vereinzelt steht deron Gonzalo S. Dom. 531.
**) Vergl. dazu Munthe Ö. 45 und 46.
csso-) Bei vorhergehendem präpalatalen Consonanten kann -ieron zu -eroti
werden: dixeron Astronomie 2, (58, 24, vergl. dixemos Astronomie 3, 247,
3. — Ganz vereinzelt steht cslahlioren Navarra (F. 2).
— 44 —
Im Xeuasturischen erscheinen dieselben Endungen wie sonst:
f.xeron (e wegen des präpalatalen Consonanten) Rato, Cuesta,
A. i68, fcxcnon K. 9. Von dar und ?;eer findet sich: dieront
('amp. 16. dieron Bex. 16, Cuesta A. 38, vieron Cuesta. —
Das Leonesische schwankt wie gewöhnlich zwischen asturi-
schen und castilischen Formen, verwechselt ausserdem die
Endungen der zweiten und dritten Conjugation: comicron
Alex. 163, metiron Alex. 392, partiron Ba. 10, i, 17, Alex.
40:, oyeron L. 19, ohieron L. 17, fezieron Coy. 13, dexieron
Alex. 665 (ausnahmsweise dixiron Alex. 473), dieron Ba. 4,
2, 6, riron L. 19. — Im salmantinischen Dialekt erscheint
-ioron, Analogiebildung auf Grund von metiö, saliv, in allen
Conjugationen ausser der ersten: conecioron X\ex. '^<^^,ferioron
Alex. 508, ocloron Alexanderbrief, renioron Alexanderbrief,
dixioron Alexanderbrief, cioron Alex. 173, dioron Alexander-
brief.— Von/«'// kommt gewöhnlich _/7/-ßrö?^ Cid 523, Apoll. 16,
Fuero Juzgo 12, 3, 12, Ildefonso 328 b, Brutails 22, beiGonzalo
de Berceo findet sich neben dem gewöhnlichen ///er^'^z S. Dom.
2j auch foron S. Dom. 360, im Leonesischen ist die geläufige
Form \\o\\\ faron Ba. 6,5,13, Alex. 1555, salmantinischer
Schreiber bei Gonzalo Sacr. 193. doch kommt auch facron
vor C'Oy. 13, M. F. III, im Altastuiischen findet ?,\c\\ foroJit
Df und foron Dg, Camp. 4, im Neuasturischen foron Rato,
Q\\e?,t?L, fonon A. 14, Rato, fonun Munthe,/o?2ö A. 11, fmron
A. 96.
Plusquamperfectum.
1. Conjugation.
Sonnara Alex. 904, tnataras Cid 3325, dexara Cid 624,
llegarades Mem. hist. I 87, lidiaran Cid 2479, tomarant Camp. I.
— Im Neuasturischen (aber nicht in dem von Munthe be-
handelten Westasturischenj sind die Endungen -as und -an zu
-e.s- und -cn geworden: dexarcs A. 27, matara A. 6, untaren
A. 142.
— 45 —
2. Conjugation.
Apaciera Gonzalo Duelo 22, dcäcras Alex. 1155, crecicra
Cid 2059, valiera Ildefonso 330 a, de^iera Ba. 8, 4, 23, viäera-
mos Mem. hist. II 229, deuerades Aragon (A. 8), comiera?i
Cid 2067.— Spuren von e für ie in der ableitenden Silbe finden
sich in Leon und Asturien: devera Bb. 8, 4, 23, jjrometera Bc.
5, 5, 8, recebera E. R. 5, 5, 3--Wie sonst findet sich auch hier
Uebergang in die dritte Conjugation im Leonesischen: prome-
tiraBh. 5, 5,8, valiraiWex. 514.— Xeuasturische Formen sind:
coi/iieres A. 245, debiera A. 19, morrieren A. 125.
3. Conjugation.
Saliera Cid 1512, escrihieran Fuero Juzgo 12, 3, 28. — Astu-
rien und Leon haben gewöhnlich i in der ableitenden Silbe:
ferira Ba. 6, 4, 10, Esc. 6, 4, 10. — Das Xeuasturische hat ie :
sirviera A. 42, escribieren A. 115- - Menendez (Infantes de
Lara, S. 393) verteidigt die Formen fazerira 231 und servira
238, und es kann wohl sein, dass dergleichen im Toledanischen
vorkommt, vergl. Prät. Conj.
Die u-Präterita.
Pudiera Ildefonso 327, 3, ovieras Alex. 546, pusiera Ildefonso
329 b, ovieramos Mem. hist. II 228, Aragon (A. 8), pmlierades
Jacobo Ruiz i, 12, 2, pudieran Jacobo Ruiz 3, 3, 2.— Auch das
Leonesische hat durchweg als ableitenden Vocal ie, vergl. § 2.
— Altasturische Beispiele sind: teciera Camp. 5, i, 5, quisiem
E. R. 2, I, 16; neuasturische: viniera A. 149, supieres A. 249,
tuviera A. 6^, pudieramos A. 165, tiivierais A. 77, supieren
A. 1^2.
Starke Prätetita.
Fizieras Cid 3325, aduxiera Cid 1420, ßzieramoslSlQm. hist.
II 22%, fizierades Cid 3597, nasquieran Cid 1662.— Leonesische
Formen sind: dexiera Bc. 2, 5, 11, /c^ßra Bc. 3, 4, i, digieran
M. F. I; altasturische /mV?m (Jamp. 6, i, 2, dixiera E. R. 2, 5,
13; neuasturische fixer a A. 14, fixeres A. 13, fixeramos A, 25,
dixeramos Rato.
- 46 -
Plusqiuimpcyfcctian vo7i llav imd veer.
Dicra (zweifelhaft) Mem. bist. I 48, dieras AXqx. 1488, diera
Cid ^-77, di('ramo6 Alex. 1694, dieran Cid 163. — Vleras Apoll.
44, ciera Gotengeschichte 80, vieran Cid 1662. — Bei Gonzalo
de Berceo ist vidier an S. Oria 143 zu bemerken; leonesische
Formen sind ivra Alex. 1979, vi ran Alex, 999; altasturische
diera Camp. 4 und vira E. S, IV; neuasturische dieres A. 236,
dicra A. 65, dicreri A.. 125, viera A. 14, vicra. A. 25, vieran
(castilische Form für vieren) A. 14.
Plusquamfectum von fui.
Fuera Cid 13 12, Apoll. 1 1 3, y^^^^rcw Gonzalo S. Oria 30, Goten-
geschichte 28. — Wie in anderen Formen hat auch hier Gonzalo
0 neben ue: fora Mil. 493. — Leonesische Formen sind fara
Alex. 1612 und furan Alex. 1863; altasturische /br« E. S. III.
IV (neben fuera E. S. III) wwCil foran Dh; neuasturische /b/'a
A. 13, foreb A. 27, fora A. 8, foramos Rato, föraes Rato,ybrew
Cuesta, daneben findet sich/^^cr« A. 268, Munthe gibt fora.
Hypothetisches Futurum.
1. Conjugation.
Siny. 1: Die Endung ist gewöhnlich -arc: mandare Mem. bist.
I 103, /'67'm;-ar6' Fuero Juzgo 12, 3, 15, j*;assare Navarra (E. 2);
bisweilen hat sich auch -ar erhalten: mamlar (im Reim) Cid
691. Nur bei Gonzalo findet sich -aro: tomaro S. Oria 104. —
Sing. 2: Die Endung ist überall -ares: ligares Gotengeschichte
52. — Sing. 3: Die gewöhnliche Endung ist -are: menguare Cid
258, catare Gonzalo Sacr. 93, sacare Fuero Juzgo 12, 3, 22, dc-
mandare Gotengeschichte 66, matare Navarra (F. i), inxare
Leon (Sah.), vedare Asturien (F. O. 11). Daneben findet sich
auch das lautgesetzliche -ar und zwar überwiegend in Leon
und Asturien: atcMtar Leon (L. 4), comparar F. A. 6, morar
F. O. 2, quebrantar Camp. 2, levantar De, aiudar Gonzalo S.
Mill. 432. Im Xeuasturischen ist das hypothetische Futurum
— 47 —
so wenig wie anderswo volkstümlich. Fendraro F. A. 45
halte ich aus Gründen, die oben in einer Anmerkung aus-
einandergesetzt sind, für Analogiebildung nach vieno etc. —
Plur. 1: In den östlichen Dialekten findet sich -dremos: lidia-
remos Cid 673, ohlidaremos Gonzalo Sacr. 99, mostraremos
Mem. hist. I 140, <?wnarewos Aragon (A. 3); dagegen haben
die westlichen das lautgesetzliche -annos: pecarmos Alex. 4,
alcanzarmos V. II. — Phir. 2: Im Osten herrscht -dredes, doch
findet sich auch das lautgesetzliche -ardes; im Westen herrscht
-ardes, doch findet sich Ruch -dredes: /allaredcs Cid 832, ejivia-
redes Gonzalo S. Mill. 480, demostrardes (ausnahmsweise) S.
Oria 74, cuytaredes Apoll. 319, casardes Apoll. 220, faUaredes
Jacobo Ruiz i, 8, 4, fallardes Jacobo Ruiz i, 14, 2, quitaredes
Mem. hist. I 140, ^^arrtfc's (ausnahmsweise) Mem. hist. I 115,
enviaredes Menendez S. 239, mendaredes (sie) Brutails 4 (ist
vielleicht Futurum), mandardes Brutails 13, t ractaredes Ara-
gon (C. 5), falardes Leon (Sah.), guiardes Alex. 2321, enriar-
des E. S. IV, gar dar des Camp, 3, amaredes Bex. 9. Vereinzelt
stQhtfay Hartes Brutails 1 24, findet aber eine Stütze in podier-
tes Brutails 108, sopiertes Brutails 70, obiertes Xavarra (F. i),
metiertes Asturien (zweimal in Di). — Plur. 3: Die Endung ist
überall -areii: fallaren Cid 1260, lecaren Glossen 127.
2. Conjugaüon.
G-ewöhnlich ist der Vocal der ableitenden Silbe ie : Sing. T:
rresjiondier Cid 3305, fallesclero Gonzalo Mil. 527. — Sing. 2:
solvieres Gotengeschichte 52. — Sing. 3: fallesciere Cid 258.
acorriere S. Dom. 411, encubriere Fuero Juzgo 12, 3, 9, metiere
Aragon (F. 2), mecier Ba. 8, 4, 14, viviere (von viver) L. 17,
tollier F. A. 94, F. O. 11, vendier Dk, prometier Camp. 2,
cadieret Glossen 89. — Plur. 1: vencieremos Cid 688, crediere-
mos Gonzalo Loor. 194, metiermos M. F. IL — Plur. 2: comiere-
des Cid 1034, entendieredes Jacobo Ruiz 3, i, 5, leyerdes Gon-
zalo S. Oria 6, metiertes Di (s. o.) — Plur. 3: nascieren Ba. 9. i,
16, naiseren (e wegen des Palatals) Glossen 62. — Uebergang
in die dritte Conjugation ist häufig in Leon: vencires Alex. J2,
-48 -
toUr Sah., perdir Ba. 2, 3, 6, nacir Alex. 2471, comirdes Alex.
1582, caZ/c/i Sah., nasciren Ba. 12, 2, 10, und kommt verein-
zelt vor im Fiiero von Aviles: vcm/ir F. A. 68, escoilir F. A.
94. — Ableitimgsvokal e kommt vor in Asturien: rromper F. O.
13, rincere E. R. 2, 2, 4, mover Esc. 2. i. 6. prometeren E. R.
2, 5, 6; das Fuero de Aviles (vender 5, cacr 14 etc.) beweist
nichts, weil es stets e für ia schreibt. Einmal findet sich e auch
in Aragon: i/toleren D. 2.
5. Co7iju<jation.
Der Ableitungsvokal ist /ß in Castilien, Navarra und Aragon,
ie oder / in Leon, gewc'Umlich /, selten ie in Asturien: Sing. 1:
mariere Menendez S, 252 (der Herausgeber schreibt ynuriero),
fcricrc Alex. 926, .sa/Z/erö Gonzalo Mil. 525. — Siug. 2: murieres
Apoll, ^o^.— Shig. 3: salierc Cid 3465, /aiZ/erc Gonzalo S.
Dom. 364, oifi'r Loor. 17, cumpVere Fuero Juzgo 12, 3, 11,
fcricra und exier Aragon (F. 2), merkwürdigerweise schreibt
dasselbe Dokument (F. 2) auch moricro und feriero in dritter
Person, onerieret Glossen 2;^'^, fe/rir Sah., morir L. 19, motier
Ba. 2, 3, 8, sentiere Bc. i, 2, 6, /t;r/r F. A. 38, Camp. 6, 5, 12,
?.s-67;- F. A. yy, exir F. O. 26, conscntir Dk. 9, morir Camp. 2,
3, 8, firier F. O. 15. — PZ«<r. 7; murieremos Cid 687, sirvieremos
Gonzalo Mil. 74, partieremos Mem. bist. II 229, recibirtnos V.
II, destroyrmos Alex. 1693. — Flur. 3: vistieren Mem. bist. I
^^, pid.iercn Sah., parlieren M. F. I, exircnt F. A. 54, sercirent
Camp. 19, rompliren Q;\m.\). 2,5, 11, .mliren J)\^. Ganz ver-
einzelt steht ixiren Aragon (A. i ), findet aber eine Stütze an
ähnlichen Formen des Prät. Conj. *)
Die a-Präterita.
Der Vokal der ableitenden Silbe ist an allen Orten ie: Sing.
1: tomere Silos 241, pmliere Mem. bist. I 115, pudier 1s\^qvc\..
bist. I 140, Oüiere (im Reim) Alex. 102 (das Original hatte
*) Fiir den Dialekt dos Fuero Viejo de Castilla beachte mau das Vorkommen
von cumprirc 1, 'J, 3, cumprir 1, 9, 3, co)Hpyi>- 1, 9, 3, c.omprircn 5, 4, 3.
— 49 — •
oviero), pudief^o Gonzalo Mil. 805. — Sni^. 2: estomeres Gonzalo
S. Oria 125. — &ing. 3: otiere Cid 1909, pudier Cid 26^^, orier
Sah., F. O. 10, tevler Dd. — Vlur. 1: oviercrnos Cid 2567, Bru-
tails 5, pudleremos Gonzalo S. Dom. ■^6s., quisici^mos Sacr. 181
(salmantinischer Schreiber), tovieremos Mem. hist. I 104. po-
diermos Alex. 12S9. — Phn\ 2: sopieredcs Cid S^^, oricredes
Gonzalo S. Dom. 459, tovierdes S. Oria. 160, pudierdes Apoll.
166, sohieredes Ildefonso 328 b, quisf'erdes Ildefonso 325 b,
pudieredes Jacobo Ruiz i, 5, 3, tocierdcs Jacobo Riiiz 3. 2, 7,
podierdes Aragon ( A. 4), rinieredcs Aragon (A. 5 ), podierdes
Alexanderbrief, podiertes Briitails 108, sopiertcs Brutails 70,
obiertes und pr/'siertes Xavarra (F. i). — Fbir. 3: orici-fii Fuero
Juzgo 12,3,4, Sah., F. O. 33, pre8ie,re^^tG\.Q'i,■&Q^^ 15S. — Oft
findet sich in Asturien und vereinzelt in Leon der A'okal e in
der Ableitungssilbe: orereii Esc. i, 2, 6, occrcnt Camp. 18,
soher Camp. 3, 5, 5, soper Esc. 6, 5, 21, quiserdrs Camp. 9,
over Sdih.. — Bisweilen finden sich Endungen dritter Conjugation
im Fuero de Aviles: venir F. A. 35, comcnlreu F. A. 64,
quesir F. A. 6, dieselben dürften auf *m'Mid und quaeslci zu-
rückgehen.
Die starken Präterita.
Der Vokal der ableitenden Silbe ist an allen Orten ie: Sing.
1: dixier Cid 530, adtixier Cid 181, fixiere Silos 241, dissiero
Gonzalo Mil. 108. — Sing. 2: fizieres Apoll. 305, fecieres Camp.
2. — Sing. 3: dixiere Cid 19 12, ficier Gonzalo S. Dom. 712,
fezier Sah., F. O. 43, D^, ficieret Glossen 28. — Flur, h ri^-
quieremos Cid 2c^42, dixieremo.s Gonzalo S. Dom. 237.— P////-, 2:
dixieredes Cid 1872, fixierdes Gonzalo S.Dom. 515, Jacobo
Ruiz i, 2, 4, Mem. hist. I 115, fezier ed es Jacobo Ruiz i, 10,
1, fecierdes Di.— Flur. 3: fizieren Jacobo Ruiz i, 14, 2, fecie-
rent Camp. 10.
Dar und veer.
Sing. 1: viere Menendez S. 237. — Sing. 2: rieres Apoll. 580.
— Sing. 3: diere Jacobo Ruiz i, 3, 8, dier Jacobo Ruiz i, 12, 3,
Ba. 4, 2, 20, F. O. 12, Dk, C;imp. 10, derc Bb. 2, 5, 11, der
(4)
— 50 —
F. O. 19, eiere Aragon (F. 2), E, R. 19, lir Camp. 19, vire
E. R. 6, 4, 3. — Plar. 1: dkremos Mem. bist. I 55, Aragon
(A. 2), diermos Ba. 10, i, 8, Esc, 10, i, 8, vieremos Menendez
S. 210. — Flur. 2: diercdes Jacobo Ruiz 3, i, 3, Mem. bist. I
140, dierdes Gonzalo S, Dom. 467, vieredes Cid 388, Jacobo
Ruiz 3, I, 5, xirdeii Alex. 926, — Plur. 3: dieren Silos 281,
Fuero Juzgo 12, 3, 2^^ Sab., Camp. 5, zieren Fiiero Juzgo 12,
3, 12, Brutails 16. 54, Aragon (A. i), M. F. III, Dk, viren,
Sab. Coy., M. F. III, Dl.
Fm.
Die üstlicben Formen sind: Sing. 1: Jmre Apoll. 255, Gon-
zalo S. Dom. 496 (ist vielleicht zu verbessern), fuero Gonzalo
S. Dom. 758. — Sing. 2: fueres Apoll. 578. — Sing. 3: fuer Cid
1382, fuere Cid 92, Gonzalo S. Mill. 321, fueret Glossen 8,
fiiere Glossen 167. — Flur. 1: faeremos Cid 1409, Gonzalo S.
Dom. 245, Apoll. 100. — Flur. 2: fueredcs Cid 1039, Gonzalo
S. Dom. 352, Ildefonso 328 b, Mem. bist. I 30, facrdcs Ildef.
329 b. — Flur. 3: fuercn Brutails 143, fuercnt Glossen ^2.,foren
Glossen 271. — Leonesiscbe Formen 'sm^-.fures Alex. 2368, für
Sab., L. 2, Co3\, Ba. 2, i, 16, Alex, 1725, fuer Coy. V. I, T. i,
for Sab., Ba. 2, 2, 10, fitrmos AI, 1675, fuermos V. II, firdes
Alex. \^%2, füren Sab., L. i., fiieren Coy. — Altasturiscbe For-
men sind: Si)ig. 3: for F. A. 16, Db, Dk, Camp, 3, fore Camp.
I, 2, 6, fort De, foro F. A. ^-^, fuer F. O. 8, fir F. A. 30,—
Flur. 1: formos Camp, 8. — Flur. 3: foren De, Dk, Camp, 12.
PRAT, CONJ.
1. Conjugation.
Sing. 1: enhias Cid 490, maitdase Mem, bist. II 157, tornasse
Morea 144. — Si?ig. 2: alegasses (Hd 3318. — Si7ig. 3: quehrantas
Cid 34, ventasse Cid 433, duras Aragon (C. i), enbergasse Na-
varra (E. 2), getas De, entras neuasturiscb (A, 7); unregel-
mässig ist peindrasso F. A. 45. — Flur. 1: fahlassemos Cid 195 1.
— 51 —
regnassemos Mem. hist. I 59, »acasscmus Aragon (A.4), roguse-
mos Camp. i. — Flur. 2: tomassedes Cid 2233, dexassedes
Mem. hist. I 26, demandassedes Brutails 13. — riar. 3: catassen
Cid 164, viassent F. A. 8.
2. Conjugation.
Der Ableitungsvükul ist gewöhnlich ie : Shig. 1: gradedesse
Mem. hist. I 87, redbies Brutails 12. — Sing. 2: conosciesses
Apoll. 470. — Sing. 3: mliesse Gonzalo S. Dom. 359, crecies
Cid 3295, perdicsst; Morea 7, perdies Morea 140, naisceset
(e wegen des Palatals) Glossen 232, acaesdes altast. (Älem.),
rompies neuast. (A. 197), metiese neuast. (A. Y'^^.—Plitr. 1:
acometiessemos Gonzalo S. Mill. 213, tolliesemos Mem. hist. I
86. ^- Flur. 2: perdtesedes Gotengeschichte 74, tolliesedes
Mem. hist. I 115, entendiessedes Aragon (G. i). — Flur. 3:
perdiessen Apoll. \i^, defendiesen Camp. 4, vendiesen neuast.
(^^^ yy — In Leon und vereinzelt in Asturien kommt auch i
vor: cais M. A., zemise Ba. und Bex. 5, 4, 21, valisse Alex. 1391,
monsseii Alex. 2025. — Vereinzelt findet sich e in Asturien und
Leon: vivessent (von ziver) Camp, i, 2, 5, vencesse Bc. 5, 4, 21.
3. Conjugation.
In Castilien, Xavarra nnd Aragon ist der Vokal der Ab-
leitungssilbe ie: Sing. 1: muriesse Gonzalo Mil. 817, rcdbies
Brutails 12. — Sing. 2: so/rieses Gonzalo Loor 97. — Sing. 3:
ahriese Cid 34, spidies Cid i2-:,2.—Flur. 1: muriessemos Morea
413, constrinesemos {e wegen n) Mem. hist. I 90. — Flur. 2:
redbiesedes Gonzalo S. Oria ^^.—Flur. 3: sirviesscn Cid 3155,
exiessen Aragon (A. 4), ßries^en Morea 277.— Bisweilen findet
sich i in aragonischen Dokumenten: partissen A. 5, complissen
C. 5, complisse Morea 544, fuissen Morea 277. — In Asturien
und Leon ist der Ableitungsvokal gewöhnlich i : morisses Alex.
1530, vevis Ba. 7, 2, 19, cohris Alex. 92, salissen Alex. 1753,
destruys Camp. 9, recudissen Dl, servisen Esc. 19, vivissen Esc.
i^ 2, 5.— Das Neuasturische hat ie angenommen: saliesen A. 9.
Die ii-Prütenta.
Sing.l: pudiesse Jacobo Ruiz Einl. — Sing. 2: ssopiesses
Apoll. 537. — Sing. 3: oriesse Cid 20, Alexanderbrief, ^^'MrZ/es
Cid 309, yogues (e wegen gu) Apoll. 131 *), podies De, veniesse
Camp. 2, I, 17, tomes neuast. (Cuesta). — Plur.l: pudiessemos
Cid 2662. — Plur. 2: oviessedes Cid. 1944. — Plur. 3: oviessen
Cid 520. — Unregelmüssig ist Folgendes: orisse Cid 1S20 (wohl
Felller), txvi.^scs Alex. 42 (geht wohl auf tuc'i zurück, vergl.
toi'iö Fuero Juzgo cod. de Murcia 5, 2, 6), renise Esc. 2, i, 17
(geht wohl auf rrnJ zurück, vergl. das Hyp. Ywi.), podesse Esc.
2, I, 4.
Starke Präterita.
Sing. 1: ßziesse Silos 241. — Sing. 2: dixiesses Apoll. 541. —
Sing . 3: fizies&c Apoll, lo^,, ßzies Brutails 37, /(Sf?'^*^ Ba. 8, i,
5, De. — Plur. 1: ßziessemos Gonzalo S. Mill. 423, ßciessemos
Aragon (C. i), feziesemos V. 11, fecienemos Mem. E. R. i. —
Plur. 2: ficiesedes Mem. hist, I 76, ßziessedes Aragon (G. i).
— Plur. 3: aduxiessen Cid 1573.
Bar und veer.
Sing. 1: diesse Mem. hist. I 23. — Sing. 3: di esse Cid 26,
Xavarra (F. i), dies neuast. (A. 2j), riesse Cid 1293, Aragon
(A. 6), riese De, fies neuast. (A. 18). — Plur. 1: diessemos
Mem. hist. I 59, riessernos Cid 2S6o.—Plur. 2: diesedes Mem.
hist. I 46, di essedf's Brutd.\h 124, r/esm neuast. (Cuesta). —
Plur. 3: diessen Cid 25, Morea 344, Alexanderbrief, diesent
Camp. I, ri essen Cid 2774, risseyit Y. A. 9. — Unregelmässige
Formen sind: vidiesse Gonzalo S. üom. 676, rissen Aragon
(A. 5).
Fui.
In Castilien, Xavarra und Aragon ist der Vokal der Stamm-
silbe gewöhnlich //c: Sing. 1 : faesse Gonzalo Loor. 78, fuese
'-) Vergl. yotrucre Fuero Viejo de Gastilla 1, 8, 2, vergl. qucro bei Gass-
ner, AlLspan. Verbum S. 5, wo F. Av. 52 niolit stehen sollte.
Gotengeschichte 95, Mem. hist. I 2^. — Si?iq. 2: fueses Gowzdlo
Mil. 6^6. — Sing. 3: fuesse Cid 61, Gonzalo S. Dom. 66, Apoll.
3, Fuero Juzgo 12, 3, i, Aragon (A. 7), fues Gonzalo Laur. 88,
Apoll. 108, Brutails 120, Aragon (G. 2). — Fho-. 1: fuesse?nos
Cid 2760, Aragon (C. i). — Plur. 2: fuessedes Cid 2046, Silos
113, Brutails 176. — Plur. 3: fuesse?i Cid 164, Brutails 141,
Morea 14, fuesen Gonzalo S. Mill. 464. — In dritter Person
kommt auch 0 vor: fos Cid 3590, fosse S. Dom. 258, Jossen
Cid 2001, Gonzalo S.Dom. 743,fosen Aragon (F. 3J). — In Leon
findet sich u, seltener ue : fusse Alex. 1009, fasses Alex. I616,
fus L. 15, AI. 1770, fusse Bb. 3, 5, i, Alex. 16 10, fuese Coy. 3,
M. F. I, fussemos Alex. 1837, fassen Alex. 19 19. — Im Altasturi-
schen ist 0 gewöhnlich: /05 F. A. 17, Tie, fosse F. A. 8, Camp. I,
Jfossen F. O. 5, Di, Camp. 4. Daneben findet sich: fuesse F.
O. 5, fuese E. S. III, E. R. i, fus Bex. 3, 5, i, fust F. O. 11.
— Xeuasturische Formen sind: fos, foses, fos, fosemos, foses,
fosen Rato. fos A. 29, Cuesta, fues A. 29, fosemos A. 12. fosen
A. 9.
PARADIGMATA.
Apocopirung des auslautenden e und Schwanken zwischen
auslautendem e und i sind nicht in Rechnung gezogen, eben-
sowenig das auslautende -t dritter Person im Asturischen und
Leonesischen. — Di ist zur zweiten, n zur dritten Conjugation
hinzugezogen worden.
C = Altcastilien, T = Toledo, N = Xavarra und Aragon,
L = Leon, A = Asturien (Altasturisch), P = Portugal (Alt-
portugiesisch).
Prät. I.
ö amos
C K:
T:
L: -
A:
P: -
ei
e
ei
6i
este
este
aste
este
aste
'asti
asti
0
öu
öu
amos
amos
emos
amos
amos
astes
astes
astes
estes
astes
astes
aron
aron
aron
aron
arom
54 -
Prä/. IL
CN
7;
L:
A
P:
iste
iste
ieste
iste
ieste
Isti
isti
lO
iö
iö
eo
i'o
eu
lemos
iemos
imos
iemos
imos
*'emos**)
iemos
"emos
''imos
emos
iestes
iestes
istes
iestes
istes
*estes
iestes
*estes
* istes
estes
ieron
ieron
ieron*)
iron
^erou
ieron
eron
iron
erom
Das /' der zweiten Conjugation ist im Portugiesischen ge-
schlossen.
Prot
. ///.
C JS\-
^
iste
iö
iemos
iestes
ieron
T:
iste
ieste
iö
iemos
imos
iestes
istcs
ieron
L:
iste
iö
imos
istes
iron
ieron
A:
*isti
10
imos
istes
iron
ieron
P:
isti
iu
imos
istes
irom
*) Ueber das salmantinische niro7i siehe oben.
**) Den Sternchen, welche nicht belegte Formen angeben, bitte ich
nicht zu viel Vertrauen entgegen zu bringen, besonders nicht in ganz un-
interessanten Dingen. Es ist selbstverständlich, dass ich z. B. nicht immer
genau weiss, ob ein Dokument, ans dem ich fucra notirt habe, nun auch
fiicran hat oder nicht.
— 55 —
Starkes Prä f.
Durchweg haben die ^^-P^;ite^ita und die eigenthchen starken
Präterita dieselben Endungen.
CN:
e
iste
0
iemos
iestes
ieron
T:
e
iste
ieste
0
iemos
imos
iestes
istes
ieron
L:
e
iste
0
iemos
iestes
ieron
ieste
imos
*emos
istes
*estes
iron
*eron
A:
e
*isti
0
iemos
*emos
iestes
*estes
ieron
eron
P:
i
isti
e
0
emos
estes
erom
Das 0 der starken Präterita ist im Portugiesischen offen.
Prät. fui.
C N: fu fuste fue fuemos fuestes
füi fuiste fo
T: fui fuiste fue fuemos fuestes
*fu *fuste fustes
fueste
L: fui fuste fu fumos fustes
fueste fue fuemos fuestes
foi, fo
A: foi *fosti*) fo *fomos *fostes
foi, foe
fue
P: fui fusti foi fomos fostes
fueron
foron
fueron
furon
fueron
foron
forom
Plusq. T.
CTNLA: ara aras ara äramos ärades aran
P: ara aras ara äramos ärades aram
') Fostijfomos, fostes sind im Neuasturischen bezeugt.
—
56 ~
PIjj
.sq. IL
c t:
V: iera
ieras
iera
ieramos
ierades
ieran
L:
*iera
*ieras
iera
*ieranios
*ierades
ieran
*ira
*iras
ira
*iramos
*irades
*iran
*era
■"eras
era
*eramos
*erades
*eran
A:
*iera
*ieras
iera
*ieramos
*ierades
*ieran
*era
*eras
era
*eramos
*erades
*eran
F:
era
eras
era
eramos
erades
eram
Das f der zweiten Conjiigation ist im Portugiesischen ge-
schlossen.
Plasq. III.
CTS: iera
ieras
iera
ieramos
ierades
ieran
LA: *ira
*iras
ira
*iramos
*irades
iran
*iera -
*ieras
iera
*ieranios
*ierades
* ieran
P: ira
iras
ira
iramos
irades
iram
Starhs Plusq:
CTN: iera
ieras
iera
ieramos
ierades
ieran
LA: *iera
*ieras
iera
*ieramos
*ierades
ieran
*era
*eras
*era
*eramos
* erades
*eran
(*ira)
(*iras)
(*ira)
(*iramos )
( *irades )
(*iran)
P: era
eras
era
eramos
erades
eram
Das c tler starken Präterita ist im Portugiesischen offen.
CTX:
*fueri
L:
*fura
*iuera
A:
*fora
*fuera
P:
fora
Pliisq. V. fai.
fuera *fueras fuera *fueramos fuerades fueran
fora *foran
*furas fura *füramos '^'fürades *furan
^fueras *fuera *tiieramos *fuerades *fueran
*fora *foran
*foras fora *föramos *förades foran
*fueras fuera *fueranios *fuerades *fueran
foras fora föramos förades foram
CTN
LA:
IL/p. Fat. 1.
are ares are äremos äredes aren
aro ardes
(artes)
ar *) ares ar *) armos ardes aren
aremos aredes
(*artes)
ar ares ar armos ardes arem
Hyp. Tut. IL
CTS: iere ieres iere ieremos
iero
'ler
leres ler
A.
^w ires ir
*er *eres er
*ier *iereä ier
lermos
*ieremos
*irinos
*ermos
*iernios
*ieremos
*er *eres er *ermos
(*ir) (*ires) (ir) (*irmos)
P: er eres er ermos
Das e der zweiten Conjugation ist im
schlössen.
Eyp. Fat. 111.
ieredes
ierdes
(iertes)
*ierdes
ieredes
irdes
*erdes
*ierdes
iertes
*ieredes
*erdes
(*irdes)
erdes
leren
(eren)
ieren
iren
*eren
ieren
eren
(iren)
erem
Portiisfiesischen se-
CTN: lere
ieres
iere
ieremos
ieredes
ierei
iero
(iero)
ierdes
LA: *ir
*ires
ir
irmos
irdes
iren
*ier
*ieres
ier
*iermos
*ieremos
*ierdes
♦ieredes
ieren
P: ir
ires
ir
irmos
irdes
irem
*) Neben ar findet sich im LA are, ebenso ist im CTN ar neben ar^
recht häufig, doch berücksichtige ich dergleichen, wie oben schon gesagt ist,
nicht, um die Paradigmen nicht allzu complicirt zu gestalten. Ueber solche
Einzelheiten gibt die Materialsamralung Aufklärung.
-50
Starkes hfp. Fiit.
C TN: iere ieres iere
iero
LA:
ler
leres ler
iöremos
ieredes
ierdes
(iertes)
iermos
ierdes
'ieremos
*ieredes
leren
leren
*er *eres er *ermos erdes eren
(*ir) (*ires) (ir) (*irmos) (*irdes) (iren)
P: er eres er ermos erdes eren
Das e der starken Präterita ist im Portugiesischen offen.
Hyp. Fat. von fui.
C T N: fuere fueres fuere fueremos fueredes fueren
fuerdes foren
furmos furdes füren
fuermos *fuerdes fueren
*fueremos *fueredes *foren
formos *fordes foren
*fuermos *fuerdes *fueren
für, foro
for formos
L:
fuero
*fore
*fur
fures
für
*fuer
* fueres
fuer
for
*for
* for es
for
*fuer
*fueres
fuer
P:
for fores
fordes forem
rrat. Conj. I.
CTNLA: asse asses asse ässemos ässedes assen
F: asse asses asse ässemos ässedes assem
Neben asse findet sich im Spanischen aller Orten auch as.
Prät. Co7i). IL
CTN: iesse
iesses
iesse iessemos iessedes
iessen
L: iesse
iesses
iesse *iessemos iessedes
iessen
*isse
*isses
isse *issemos *issedes
issen
*esse
*esses
esse *essemos *esscdes
*essen
A: *iesse
*iesses
iesse *i6ssemos *iässedes
iessen
*esse
*esse
esse *essenios *essedes
essen
(*isse) (
*isses)
(isse) (*issemos) (*issedes)
(*issen)
P: esse
esses
esse össemos össedes
essem
Das e der
zweiten
Conjugation ist im Portugiesischea ge-
schlössen.
— 59 —
Prät. Covj. IJT.
C T: iesse iesses iesse iössemos iössedes iessen
N: iesse *iesses iesse iessemos *iessedes iessen
*isse *isses isse *i'ssemos *issedes issen
LA: *isse isses isse *issemos *issedes issen
*iesse *iesses iesse *iessemos *iessedes *iessen
P: isse isses isse issemos issedes issem
Sta7'kes Prät. Covj.
CTN: iesse iesses iesse iössemos iessedes iessen
LA: *iesse iesses iesse iessemos *iessedes iessen
*esse *esses esse *essemos *essedes *essen
(*isse) (*isses) (isse) (*issemos) (*issedes) (*issen)
P: esse esses esse essemos essedes essem
Das e der starken Prüterita ist im Portugiesischen offen.
Prät. Conj. von fiii.
CT'iVl-fuesse fuesses fuesse fuessemos fuessedes fuessen
fosse fossen
L: fasse fusses fasse füssemos *füssedes fussen
*fuesse *fuesses fuesse *fuessemos *fuessedes fuessen
*fosse *fossen
A: *fosse *fosses fosse *fössemos *fössedes fossen
*fuesse *fuesses fuesse *fuessenios *fuessedes *fuessen
(fus)
P: fosse fosses fosse fössemos fössedes fossem
DIE IRSPAMS(HE\ FOIOIEX.
Auf Grund der vorstehenden Zusammenstellungen lassen
sich folgende Formen als urspanisch vermuten:
1. Conjugatiop.
Prät. ei asti öu amos astes aron
Plusq. ara aras ara äramos ärades aran
Hyp. F. aro ares ar armos ardes aren
P. Conj. äs asses äs ässemos ässedes assen
— 6o —
Prät.
i
isti
Plusq.
era
eras
Hyp. F.
ero
eres
P. Conj.
es
esses
Prät.
i
isti
Plusq.
ira
iras
Hyp. F.
iro
ires
P. Conj.
is
isses
Prät.
i
isti
Plusq.
iera
ieras
Hyp. F.
iero
ieres
2. Coiijugation.
iö ( ?) emos estes eron
era eramos erades eran
er ermos erdes eren
6s essemos össedes essen
3, Conjugation.
iö imos istes iron
ira iramos irades iran
ir irmos irdes iren
is issemos issedes issen
Die u-Prätcrita.
0
iera
ier
lemos
ieramos
iermos
iestes ieron
iörades ieran
ierdes ieran
P. Conj. iös iesses ies iössemos iessedes iessen
Fid.
Prät.
füi fuisti fu6 fuemos fuestes fueron
fusti fo foron
Plusq. fuera fueras fuera fuäramos fuerades fueran
fora foran
Hyp. F. fuero fueres fuer fuermos fuerdes fueren
für foren
P. Conj. fues fuesses fues fuessemos fuessedes fuessen
fos fossen
§ 6. AMIERKLXGEX.
1. Der thematische Vokal.
Das ie der starken und w-Präterita hat sich im Castilischen
der zweiten und dritten Conjugation bemächtigt. Bemerkens-
werth sind Spuren des / im Aragonischen; dagegen sind, wie
oben gesagt ist, die toledanischen und neuspanischen Endungen
— 6i —
-imos -istes (neusp. -isteis) nicht als Reste der z'-Conjugation
anzusehen.
Im Asturo-Leonesischen leistet das i dritter Conjugation
noch energischen Widerstand, dagegen ist das e zweiter Con-
jugation schon unterlegen. Xur in Nebenformen, die nicht
mehr speciell auf die zweite Conjugation beschränkt sind,
kann man das e noch antreffen.
Im Prät. Sing. 2 ist -isti in zweiter Conjugation, in den
starken und ?/-Präteritis durch Umlaut aus -*esti zu erklären.
Ebenso sind fuisti und fusti durch Umlaut aus ^fuesti und
"^fosti entstanden. Dagegen wird -esti in erster Conjugation
als Analogiebildung nach der auf -e endigenden ersten Person
anzusehen sein, veranlasst durch die Vokalgleichheit in 7ncti,
Tnetisti, sali, salisti, vergl. § 3.
2. Die ÄccentcerscJdebung in -io.
Die Accentverschiehung in -iö, fue schreibe ich dem aus-
lautenden -t zu, vergl. meine Abhandlung über das Possessiv-
pronomen in den altspanischen Dialekten. Gelegentlich meiner
Arbeit über das Imperfectum hatte Prof. Suchier die Freund-
lichkeit mir zu schreiben: „Ihre Thatsachen sind gewiss so zu
erklären, dass -ia nur im Auslaut blieb, dagegen im Inlaut
stgts zu ie wurde. Also strengphonetisch Sg. via, PL *t7Vs."
Aehnliche Ansichten bringt jetzt auch Adolf Zauner, Literatur-
blatt f. g. u. r. Ph. 1898 Sp. 193. Die EezuCT^nahme auf aus-
lautendes -t ist meine Hypothese. In wie weit cadiot, laiscaret
etc. m den von Priebsch veröffentlichten Glossen, und decent,
confirmaront etc. in asturo-leonesischen Dokumenten einen
sprachhistorischen Wert haben, weiss ich zwar nicht zu sagen,
aber es hegt kein Grund vor, den Abfall des -t in eine sehr
frühe Epoche zu setzen.
Aus dem Schwanken zwischen asturischem -lo und^casti-
lischem -io^ sowie zwischen tenki und tenic in dritter Person
schliesse ich, dass das -t, welches in *mli6f die Accentver-
schiehung bewirkte, in der für den Lautwandel entscheidenden
Periode nicht mehr fest war, und ausserdem, dass der Abfall
— 62 —
im Westen weiter fortgeschritten war als im Osten. Wie tawa
zu tenic verhält sich wohl fof/ zu fui'.
3. Zur Apocopirung.
In Bezui^' auf das Schwanken zwischen avieste^ amcst, saliste,
mlist etc. habe ich in meinen Miscdtinca de rersificacion cas-
tellana vermutet, dass amest^ salist als proklitische, avicste,
suliste als Pausalformen aufzufassen seien.
In einer wohlwollenden Anzeige im Literaturblatt f. g. u. r.
Ph. 1898 Sp. 192, aus welcher ich Manches gelernt habe, hält
Adolf Zauner dergleichen für eine unrichtige Vorstellung und
sagt: „AVer wird behaupten, dass Wörter wie vezin, pleit,
cstrunicnt u. s. w. proklitisch gebraucht werden können?'' Der
Einwurf konmit mir nicht unerwartet, und ich benutze die Ge-
legenheit um Einiges zu sagen, was zur Erläuterung meiner
Theorie nützlich sein kann.
Zunächst können vezin, pleit, estrament im eigentlichsten
Sinne proklitisch sein. Zwischen nuestra madre und madre
nuestra besteht kein Unterschied der Betonung: das Substan-
tiv und das Pronomen sind proklitisch, sobald sie voranstehen.
Kann man nun nicht auch jileit nacstro sagen? Wenn zudem
ß de, mont de, cas de proklitische Formeln sind, was ist dann
gegen tezin de einzuwenden? Vergleiche hierzu ganz beson-
ders die Apocopirung der Vornamen: Fervan Gonzalez, Garci
Lopez etc.
Ferner aber lässt sich nach spanischen Betonungsgesetzen
der Begriff des Proklitischen noch viel weiter ausdehnen. Der
Hauptaccent liegt am Schluss des Einzelsatzes; die in dem-
selben Atem gesprochenen vorhergehenden Accente treten
zurück. Das heisst so viel als: das Kolon hat grosse, der Fuss
geringe Bedeutung; und darauf beruht der Gegensatz zwischen
romanischer und germanischer Metrik. Gegenüber dem in
Pausa stehenden Worte sind alle übrigen als proklitisch zu
betrachten.
Man darf nicht vergessen, dass der s})anische Accent keine
logische Bedeutung hat. Redet man einen Kutscher auf der
- 63 -
Strasse an, und er antwortet „ooipado^' oder ^.desocupado'K so
ist er durch kein Xacli fragen dazu zu bringen, der Vorsilbe den
logischen Accent zu geben, den der Deutsche erwartet. Wir
verteilen die Betonung nach der Bedeutsamkeit der Worte,
der Spanier nach mechanischer Regel.
Uebrigens wäre die Frage, wie weit man den BegrilY ,,pro-
klitisch"^ ausdehnen kann, ein Streit um Worte. Meine ]\Iei-
nung ist, dass die auslautenden spanischen Vokale -e, -i, -o und
auch -a (daher ist das Apocopirungsgesetz mit dem Synco-
pirungsgesetz nicht identisch) im Verlauf der Atemgruppe zum
Verstummen neigten, dagegen in den den Satzaccent tragen-
den Pausalformen meistens erhalten blieben. Dabei ist an den
starken Xebenaccent zu erinnern, den nach spanischer (nicht
nach chilenischer) Aussprache die unbetonte Endsilbe in i'ausa
erhält.
4. Excurs: Zur Frosodie.
Ohne Beziehung zu dem Thema des Aufsatzes, aber im An-
schluss an das eben Besprochene möchte ich an dieser Stelle
einen Excurs einfügen.
Da man überlieferte Irrtümer nur dann aufgiebt, wenn man
muss, so hat meine Behauptung, es sei tenies, tenie, tenicn zu
sprechen, viele Zweifler gefunden.
Die Thatsache wird durch Reime vollkommen sicher ge-
stellt: sediert, entendicn, havien, hieii Gonzalo S. Oria 148,
ganariSmos, mereciemos, ficicmos, quisicmos S. Oria dZ, apri-
siemos, podriemos, diezmos, sericmos Alex, 1363, öic?2, Saycn,
yacien, zericn Poema de Jose 21, fazien, dezicn, dcticn, hion
Juan Ruiz 1283, sabicn, hicii Libro de los Reyes de Oriente.
Es steht fest, dass der aus kurzem lateinischem e entstandene
Diphthong ic gesprochen wurde, vergl. Anm. 5. Zudem spricht
für teiiic die Analogie von pidiö, vergl. Anm. 2. Schliesslich
bewirkt U im Imperfectum dritter Conjugation Umlaut. Aller-
dings nimmt auch Baist an, es sei 'le und üe gesprochen
worden, er widerlegt sich aber selbst, indem er in Gröbers
Grundriss I S. 700 simiente, cimiente mit prision, igual zusam-
menstellt.
- 64-
Xun möchte ich aber die Frage auch von der prosodischen
Seite beleuchten. Zauner sagt a. a. O.: „Ist in den Verbin-
dungen io, ia, ie der erste Bestandteil betont, so gelten sie in
der Regel als zweisilbig. Es scheint aber, dass trotzdem auch
Verschleifung zu einer Silbe zulässig war." Diese Verschlei-
fung ist bekanntlich nicht nur zulässig, sondern Gesetz bei den
Lyrikern des XVI. und XVII. Jahrhunderts und zwar wohl
durch italienischen Einfluss; jetzt ist sie zwar möglich, aber
nicht regelmässig. AVie erklärt sie sich ? Eben durch die
besprochene Satzbetonung. Ilabla risfo unterscheidet sich in
der Aussprache wenig von hahiaüsto\ folglich kann ia als un-
betont angesehen werden, und folglich kann es prosodisch als
Diphthong gerechnet werden. Daher sagt Garcilaso de la Vega,
Egloga II Seguia la caza con estudio y ga7ia, aber (ebenda)
Que cada dia cantareis mi muerte. Das erste Mal steht ui un-
betont und gilt als eine Silbe, das zweite Mal steht es betont
in der Cäsur und gilt als zwei. X"un bitte ich nicht zu über-
sehen, dass Garcilaso r'ö, ca etc. gerade so braucht. In der-
selben Egloga findet sich Oh cMiras ondas, como zeo presente
und Manden que complacerte sea mi oßcio.
Wenden wir uns nun zum Altspanischen, so ergiebt sich auf
den ersten Blick, dass Gonzalo de Berceo andere prosodische
Gesetze befolgt als Garcilaso de la Vega. Bei Gonzalo sind
ia, io, n\ ca, vo etc. zweisilbig. Das ist die Regel. Ob die-
selbe einige Ausnahme zulässt, wird sich zur Zeit wohl schwer-
lich bestimmen lassen. Darauf kommt es auch gar nicht an.
Nun frage ich, warum sind bei Berceo die Endungen -za, -io,
-)'a, -CO zweisilbig, warum sind auch gu'ie S. Dom. 474 und inen
Duelo 33 zweisilbig, und warum ist die Endung in tenie ein-
silbig? Wie erklärt sich die Verschiedenheit der Behandlung
der ersten und der dritten Person des Singulars? *) Wollte
*) Die Möglichkeit, dass der Unterschied von tenia 1 und tetiie 3 eine
Erfindung Gonzalo's wäre, ist natürlich ganz ausgeschlossen, vergl. z. B. die
Dokumente von Silos, die Uebersetzung der Gotengeschichte, den Auszug
aus der Chronik Alfonso's.
bestätigen die Regel.
- 65 -
man trotzdem immer noch Verschleifung in *teidc annehmen,
so wäre doch schhesshch darauf aufmerksam zu machen, dass
Verschleifung in betonter Stellung am Versende unmöglich
ist: ^sedt-e7i müsste dann mit rl-en, f'-cn, gu'-cn reimen und
könnte nicht mit hien^ Sayen, detien im Versauslaut derselben
Strophe erscheinen.
ö. Naiseren. naisceset.
Die Thatsache, dass zur Zeit der ältesten spanischen Sprach-
denkmäler der Diphthong ie als ic gesprochen wurde, ergiebt
sich einerseits aus der Parallele z^Yischen teiac und pidiö, tenics
und JJiös. Andererseits daraus, dass bei Gonzalo ie mit e
reimt, wenn auch nur selten. Schliesslich daraus, dass prä-
palatale Consonauten das i absorbiren: mager, dixeron; vergl.
tollö, dixoron und beachte besonders exe für exie im Alex. 139.
Die ältesten Beispiele für letzteren Vorgang bieten die von
Priebsch veröffentlichten Glossen aus dem 11. Jahrhundert.
Dort finden sich naiseren 62 und naisceset 2^2. Das bedeutet
naxeren und naxesse und diese Fomien stehen für *naxieren
und *?iaxiesse. Die Entwickelung von sce zu xe findet sich
auch in ohetereiscitu 7 und ist auch sonst bekannt, vergl. z. B.
Baist in Gröbers Grundriss S. 705 (peje).
Man muss wissen, dass in navarro-aragonischer Orthographie
durch vorgesetztes / bezeichnet wird, dass der folgende Con-
sonant präpalatal ist: adduitos 56 (/iü = präpalatalem ?" oder
= ch), scuitare I06, streita 176, ueryoina 150 {in = ?T), entraina
206, inpreinnaret Jj, conceilb.i 2Ji^i (ill = II), taillatu 250.
Das ist die gewöhnliche navarrische Orthographie, die sich
auch anderswo findet, z. B. bei Brutails: ffito 12, condmto 12,
muitos 12 (feycto 5), seynnores 18, sieyllo 18, traysso 98 {yss
= .r), deissen 70. Geht / vorher, so hat diese Orthographie
kein Mittel, den präpalatalen Gharakter des Consonanten zu
bezeichnen. Das Xavarrische kennt sowohl dito als dicho,
aber die in alter Orthographie geschriebenen Urkunden bieten
nur dito; es wird geschrieben deissar Brutails 70, aber disso
^j; aqueyllas 17, aillenar 5, aber immer rilla ^2 u. ö. Dieser
(5)
— 66 —
und andere üebelstände haben veranlasst, dass nach und nach
die castihsche Orthographie angenommen wurde.
6. AnliaiKj: Der Conjunctir von seer.
Anhangsweise verbessere ich einen Irrtum einer früheren
Arbeit. Ich habe einmal geäussert, sia k()nnte im Aragoni-
schen auf catalanischen Einfluss zurückgehen; es ist aber eine
echtspanische Form, die sich ül)erall findet, nur merkwürdiger
Weise nicht in Castihen.
Der geläufige Conjunctiv des Verbums secr ist sea, seas, •'iea,
searnos, seades, scan: scas Alex. 51, sea Gonzalo S. Dom. 136,
Jacobo Ruiz Einleit., Aragon (A. i), Brutails 16. 32, Sah., F.
A. 40, F. O. II, Dd, Camp. 3, seamos Gonzalo S. Dom. 245,
Brutails 12, Aragon (B. 2), M. F. II, Camp. 9, i^ern/es Jacobo
Ruiz I, I, I, Aragon (A. 6), Camp. 3, secui Jacobo Ruiz i, i, i,
Aragon (A. 3), Brutails 12, Coy. 2, F. O. 13, sea/tt De. Der-
selbe ist in Asturien mit sia gleichberechtigt, in allen anderen
Gegenden ist er vorherrschend.
Es finden sich auch Nebenformen mit // und zwar besonders
im Osten und Westen, aber auch in Castilien: se//an (zweimal,
aber auch sean) Dokument aiTs Burgos bei Ferotin 197, seya
Cronica de Morea, Brutails 16. 18, seia Navarra (E. 4), sef/a
Aragon (A. 3 ), si:\>/a, seyas, se>/a, sei/amos, seyadcs Apoll. 251,
478, 87, 206, z},'! (aber sean 443, die Formen mit y führe ich
auf den aragonischen Schreiber zurück), seya Fuero Juzgo,
cod. de Murcia 10, i, 17, seia. F. A. 6, seya Esc. 12. Im Westen
wird man dieselben mit dem portugiesischen se^a zusammen-
zustellen und abweichende Lautgesetze anzunehmen haben.
Im Osten ktumen sie analogistisch durch Einfiuss von seyendo,
haya etc. zu erklären sein. Das y findst sich nJüiilich im Osten
auch in Formen, wo es lautlich nicht berechtigt ist: seyer
Morea 19, 71, daneben findet sich seyr Morea 51 Ccfr. reyi- 259,
Apoll. 30).
Neben dem zu seer gehörigen sea findet sich nun auch sia
{ = *sia)n) und zwar in Navarra, Aragon, Asturien und Leon:
sia Brutails 5, Aragon (F. 2 u. ö.), Apoll. 274 (Einfiuss des
- 67 -
aragonischen Schreibers), M. F. I, F. A. 19, E. S. II, sie in
einem lateinischen Dokument von 11 88 bei Brutails p. XIV,
V. II, si.amos Aragon (D. 2), siant F. A. 10, s>.en V. II, F. A. 52.
Zum Zweck der Reconstruction der Formen krmnen die
Analogiebildungen dia und estia beitragen: dia L. 4. Bc. 2, 3,
3, F. A. 13, Dk., Camp. 2, 3, 3, die L. 24. Ba. 2, 2, 8, Camp.
2, 2^^, diades citirt von Fernandez-Guerra S. 74 aus einer
Urkunde von Oviedo, dian L. 8, M. F. L P\ O. 13, dien L. 19,
M. F. I, Camp. 19; estia Coy. 6, Esc. 6, 4, 8, estian L. 3,
estien Dk.
Darnach lässt sich erschliessen, dass die ursprüngliche
Flexion dem Imperfectum zweiter und dritter Conjugation
gleich Avar:
sia
sies
sie, sia
siemos
siedes
Sien.
Dazu wurden sias, siamos, siades gebildet. Das Ueber-
wiegen des ia in den vorhandenen Beispielen erklärt sich da-
durch, dass dasselbe gerade auf den Gebieten am frühesten ie
verdrängte, wo sich sia erhalten hat, während Castilien .sea
aufweist.
Mit den Formen der Glossen sie(/at, siegant, siegan, siegam
weiss ich ebensowenig wie Priebsch etwas anzufangen.
Neuasturisch ist sea häufig A. 99 u. ö., ebenso sea7i A. 9,
doch entspricht letztere Form nicht den neuasturischen Laut-
gesetzen, wogegen ses (=seas) A. 112 regelmässig ist. Ebenso
häufig ist sia A. 67 (erste Person), A. 17 (dritte Person). Die
Flexion ist nach Rato sia, .-iies, sia, siamiis, sieis, siew, auch
mit eingeschobenem y; siyes, siya. Die Formen s'i.es, s'ien sind
neuasturische Bildungen und haben mit sies, sien der alten
Sprache nichts zu thun, sie gehen vielmehr 2Mi sias, sian zu-
rück; vergl. was ich über m'^es in meinem Artikel über das
Possessivpronomen sage.
— 68 —
Für das AVestastinische gibt Munthe sea. In den Conjunktiv-
formen die, estii- k(')niiten sich thatsächlich die alten gleich-
lautenden Formen erhalten haben.
Im Galicischen findet sich neben sea und sexa auch der
(.'onjunktiv sia. sias, sia, siatnos, siades, sian; vergl. Saco Arce,
(Tramatica cralleira. Lu<:o 1868.
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